Eine neue Studie belegt die positiven Auswirkungen des Fairen Handels für Entwicklungsländer. Derweil werden in Deutschland immer mehr Fairtrade-Produkte verkauft.

3.700 Fragebögen, drei Kontinente, sechs Produktbereiche - ein Institut erforschte in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas intensiv, welche Wirkung Fairtrade auf die lokalen Bevölkerungen hat. Die Studie wurde an diesem Mittwoch in Köln vorgestellt. Das Fazit: Der Faire Handel hat eine Wirkung - und sie ist positiv.

Die Forscher des Ceval-Instituts aus Saarbrücken verglichen die Lebensstandards von Menschen in Regionen ohne Anschluss an den Fairen Handel mit denen, die einer Fairtrade-Kooperative angeschlossen sind. Zudem wurde die Entwicklung der Lebensstandards in diesen Fairtrade-Gemeinden über Jahre hinweg beobachtet.

"Die Untersuchung zeigt, dass sich die Lebensbedingungen vor Ort mit Fairtrade verbessern - vor allem durch die höheren und stabileren Einkommen", sagte Dieter Overath, Chef der deutschen Siegelorganisation TransFair, die die Studie mit initiierte.

"In Fairtrade-starken Regionen, wie im Bananenanbau in Peru oder in der Rosenzucht in Kenia, ahmen konventionelle Anbieter sogar Fairtrade-Standards nach, wie zum Beispiel die Prämienzahlung oder verbesserte Arbeitsbedingungen", betonte Overath. Mehr Infos zur Studie sowie der komplette Text zum herunterladen finden Sie hier.

Erstmals über eine halbe Milliarde Euro Umsatz

Im zwanzigsten Jahr nach der Gründung von TransFair in Deutschland steigen die Absatzzahlen für Fairtrade-Produkte im hiesigen Markt weiter: In den ersten drei Quartalen 2012 ist er um rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf über 34.000 Tonnen gestiegen.

Die erfolgreichsten Fairtrade-Produkte sind Blumen, mit einem Wachstum von 229 Prozent, das vor allem durch den Markteintritt von Edeka und Netto verursacht wurde. Faire Rosen nähern sich mittlerweile einem Marktanteil von 20 Prozent am gesamten deutschen Rosenhandel.

Nachdem nun auch Aldi Süd fair gehandelte Bananen ins Sortiment aufgenommen hat, stiegen die Absatzzahlen dieser Früchte insgesamt um 69 Prozent. Das Traditionsprodukt Kaffee wuchs um acht Prozent. Rückgänge wurden dagegen bei Schokolade (minus 21 Prozent) sowie Wein und Tee verzeichnet.

Eine Umsatzprognose für 2012 wollte Overath noch nicht abgeben. "Wir werden aber voraussichtlich die Marke von einer halben Milliarde Euro knacken", prognostizierte der TransFair-Chef zuversichtlich. 2011 war der Fairtrade-Umsatz in Deutschland um fast ein Fünftel gewachsen.

Marcelo Crescenti, Köln