In Berlin wurden am Dienstagabend die "Fairtrade-Awards" vergeben. Damit belohnt der Verein TransFair Unternehmen, für die Fairer Handel kein Lippenbekenntnis ist.

Vor zwanzig Jahren wurde der Verein Transfair gegründet, und zum vierten Mal vergab die Organisation am Dienstagabend in Berlin den Fairtrade-Award. Damit werden Unternehmen und Menschen gewürdigt, die sich für Fairen Handel einsetzen.

In der Kategorie "Industrie" wurde Port International für seine Pionierarbeit beim Import von fair gehandelten Bananen prämiert. Das Hamburger Unternehmen mache vor, dass Qualität von nachhaltig wirtschaftenden Kleinbauern auch stets pünktlich an europäische Supermärkten geliefert werden könne, lobte Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Preisträger: Von Mode bis Eiscreme

Das Modelabel Armedangels wurde in der Kategorie "Handel" geehrt. Das Unternehmen verwendet für seine Produkte ausschließlich Fairtrade-zertifizierte Baumwolle und betreibt damit erfolgreich einen Onlineshop. "Armedangels schafft es, in der Modebranche einen Gegenpunkt zu setzen", lobte die Schauspielerin und Fairtrade-Botschafterin Cosma Shiva Hagen.

In der Kategorie "Newcomer" siegte die Agentur Gansbühler für die Einführung der ersten Möbelkollektion aus fair gehandeltem Holz unter der Möbelmarke Quadrato. Für seinen Einsatz, 54 Kommunen und vier Kreise des Ruhrgebiets zu einer Fairtrade-Großregion zu vereinen, erhielt das Netzwerk "Faire Metropole Ruhr" den Preis in der Kategorie "Zivilgesellschaft".

Erstmals wurde in diesem Jahr auch ein Publikumspreis vergeben - und das gleich zweimal: Ein Award ging an das Textilunternehmen Caleb's Hill, der zweite an die Kette "Das Eis", die unter anderem Eisbecher in kompostierbaren Einwegbechern und mit ungebleichten Servietten anbietet.

Lob von Klaus Töpfer

Die Jury des diesjährigen Fairtrade-Awards setzte sich aus folgenden Vertretern zusammen:

Ralf Tepel (Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und Vorstandsmitglied von Venro, dem Zusammenschluss von rund 100 deutschen Nicht-Regierungsorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit), Michael Schellenberger (Geschäftsführer der Fachgruppe Deutscher Fachverlag), Beate Koma, (Redakteurin der Zeitschrift "Brigitte"), Volkmar Lübke, (Forum Zukunftsökonomie und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von TransFair) sowie Dieter Overath (Geschäftsführer von TransFair). Juryvorsitzende war Evita Schmieg (Leiterin Referat Handel, Globalisierung und Investitionen im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister, aktueller Vorsitzender der Ethikkommission für sichere Energieversorgung und in diesem Jahr Schirmherr des Jubiläums von Tranfair, lobte die Fairtrade-Bewegung, weil sie zeige, "dass ein anderes Wirtschaften möglich ist."

Am Mittwoch trafen sich in Berlin rund 120 Vertreter von Industrie und Handel zur "International Fairtrade Conference", einer gemeinsamen Veranstaltung von Fairtrade Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin Der Handel.