Im Schadensersatzstreit um geprellte Kunden hat die Versicherung des früheren Werttransportunternehmens Heros einen Erfolg erzielt. Eine Karstadt-Tochter hatte geklagt.

Geldtransport-Mitarbeiter, Foto: Securlog
Geldtransport-Mitarbeiter, Foto: Securlog
Geprellte Kunden der Geldtransport-Firma Heros haben keinen Anspruch auf Leistungen aus der Transportversicherung. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in einem Pilotverfahren.

Er gab damit der Mannheimer Versicherung recht, die führender Versicherer des ehemals größten deutschen Unternehmens für Geld- und Werttransporte war.

Die Transportversicherung decke Schäden aus der Veruntreuung von eingezahlten Geldern nicht ab, entschied der BGH. Insgesamt fordern ehemalige Heros-Kunden Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe.

Löcher stopfen per Schneeballsystem

Geklagt hatte die Karstadt-Feinkosttochter, ein Joint Venture von Karstadt und Rewe. Gestritten wurde insbesondere darüber, ob die Versicherung nur für Schäden haften muss, die unmittelbar beim Bargeld-Transport entstehen, oder ob auch die Überweisung von Buchgeld auf falsche Konten zu den Versicherungsleistungen gehört.

Laut BGH hätten die Bedingungen des Transportvertrages zwischen Heros und Karstadt Feinkost es nicht ausgeschlossen, dass das beförderte Bargeld bei Ablieferung zunächst auf einem Heros-Konto gutgeschrieben wurde.

"Danach war das Transportunternehmen nicht verpflichtet gewesen, das Geld unmittelbar und in bar auf ein Konto der Klägerin einzuzahlen", schreibt das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

Es läge selbst dann kein Versicherungsfall vor, wenn die Einzahlung auf das Heros-Eigenkonto mit dem Vorsatz erfolgt wurde, das entsprechende Guthaben zunächst für eigene Zwecke zu verwenden - etwa für das Abdecken anderweitiger erbindlichkeiten.

Heros-Geschäftsführer hatten über Jahre hinweg ein Schneeballsystem betrieben, wobei sie das transportierte Geld dazu verwendeten, andere Verbindlichkeiten zu begleichen. 2006 kam es zum Zusammenbruch der Gruppe. Führende Mitarbeiter wurden zum Teil zu langjährigen Haftstrafen wegen Untreue verurteilt.