Rewe hat in Köln ein neues Ladenkonzept eröffnet und bietet gesundes Fast Food in bester Innenstadtlage. Wir haben den neuen "Rewe to Go"-Laden besucht.

Hohe Straße, Ecke Schildergasse. Wenn man einen Pilotladen für Hochfrequenzlagen testen möchte, dann hier: Beide Straßen gehören zu den geschäftigsten Einkaufsmeilen der Republik, Tausenden von Passanten strömen stündlich vorbei.

In dieser Kölner Top-Lage will der Lebensmittelhändler Rewe den Imbissbuden und Schnellrestaurants Konkurrenz machen. "Rewe to Go" eröffnete vor wenigen Tagen und ist eine Art Frische-Supermarkt mit Convenience-Charakter.

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Ein Besuch unter der Woche zu Mittagszeit zeigt: Die Eröffnung des neuen Marktes hat sich wohl noch nicht herumgesprochen. Nur wenige Kunden stöbern in den Regalen, in denen Sandwiches, Suppen und Sushi angeboten werden. Und das, obwohl das Kombiangebot von einem Softdrink plus einem Sandwich für 3,50 Euro durchaus verlockend klingt.

Convenience und Service

Was dem Besucher sofort auffällt: Rewe setzt in dem Convenience-Laden auf Service. Drei Mitarbeiter stehen an den Schnellkassen (insgesamt gibt es 6 Checkouts), andere helfen die Kunden beim Einkauf. Ein Kunde, der sich gerade vier belegte Brote geholt hat, bekommt sogar einen Einkaufskorb angeboten.

Die innere Anmutung des Ladens ist eher dunkel und nobel - überraschend, wenn man bedenkt, dass hier eilige Mittagesser angesprochen werden sollen. Die Fläche bietet viel Platz und wurde nicht mit Gondeln zugestellt.

Eine Automateninsel bietet verschiedene Kaffeesorten an, eine eigene kleine Bäckerei sorgt für frische Backwaren. Gerichte wie Fertigsuppen können in einem Mikrowellenofen direkt vor Ort aufgewärmt werden.

Doch nach dem Kauf kommt die Ernüchterung: Rewe to Go bietet nicht einmal eine Ablage, auf der man das gekaufte Essen verzehren kann. Da fragt sich der Besucher erst einmal, wo er sich nun hinsetzen soll, um seine aufgewärmte Suppe zu verzehren.

Logistik als Herausforderung

Das Sortiment von Rewe to Go besteht aus rund 1.000 Artikeln, die meisten müssen immer wieder frisch angeliefert werden - eine logistische Herausforderung mitten in der City, wie selbst die Rewe-Zentrale es zugibt.

Doch Rewe will aus dem Projekt auch lernen - und eine Nische besetzen, die sich im europäischen Ausland, etwa in Großbritannien, längst als profitabel erwiesen hat.

Am Ende des Besuchs wird bezahlt. Die Schnellkasse ist tatsächlich schnell, die Kassiererin freundlich. Und schon steht man wieder draußen, in der Hektik der Kölner Innenstadt, eine grüne Papiertüte mit Sandwich und Cola in der Hand.

Das Fazit: Rewe to Go schlägt jede Imbissbude um Längen, wenn es um die Qualität der Gerichte geht. Das Experiment ist mutig und sicher eine gute Ergänzung zu den bisherigen Rewe-Formaten.

Und trotzdem sehnt man sich jetzt nach einem Tresen, an dem man das Gekaufte essen könnte.