Vielleicht sind Frauen gar nicht so kompliziert als Online-Kunden. Womöglich sind einfach die Männer ein wenig unterkomplex. Frauen, das sagt eine Untersuchung, haben schlicht höhere Ansprüche an einen Webshop. Werden die aber einmal befriedigt, sind sie einem Webshop gegenüber besonders loyal.

Den Frauen kommt es auf gute Leistung an. Eine gelungene Produktpräsentation, Bewertungen anderer Kunden sowie Infos über Zahlung und Versand sind den Frauen signifikant wichtiger als den Männern. Zudem erwarten sie eher eine gute Menüführung sowie Such und Filterfunktionen. 

Eine aktuelle Sonderauswertung zur Studie „Erfolgsfaktoren im E-Commerce – Deutschlands Top Online-Shops 2014“ von ECC Köln und Hermes zeigt, dass vor allem die weiblichen Online-Shopper einen reibungslosen Ablauf zwischen Merkzetteln, Warenkorb und Sortiment verlangen.

Das dürfte auch daran liegen, dass die Customer Journey bei Männern sehr linear verläuft, während die weibliche Kundenreise auch Schleifen in frühere Prozessphasen kennt. Die Entscheidungsfindung ist nämlich ungleich komplexer. So denkt die Frau während das Kaufprozesses nicht nur an sich sondern auch noch an den Partner die Kinder, die Cousine, die Kollegin, wie beispielsweise die Studie KauFRAUsch betont.

Die Frau, die im Shop bummelt und stöbert ist aber nur eine Facette. Auch rund um Fulfillment und Service sind die weiblichen Kunden anspruchsvoller. Das könnte damit zusammenhängen, dass Frauen im Moment des Kaufabschlusses deutlich unsicherer als Männer sind, und vertrauensbildende Signale sowie Serviceoptionen besonders wichtig werden.

Laut ECC-Studie erzielen die Frauen dann aber zugleich in puncto Gesamtzufriedenheit als auch bei der Wiederkaufabsicht und Weiterempfehlungsbereitschaft höhere Werte als die Männer.

Die gute Nachricht könnte also sein, dass es Sinn machen kann, Frauen im Shop zufriedener zu stellen. Die Erwartungen der männlichen Kundschaft dürften dadurch nämlich weitestgehend übererfüllt werden.