Fiat Professional setzt auf die Zusammenarbeit mit Aus- und Aufbauspezialisten und bietet seine Transporterflotte für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke an. Speziell für den Lebensmittelhandel stehen Kühlfahrzeuge und verschiedenen Varianten zur Wahl.

Mit der italienischen Fußball-Trainerlegende Giovanni Trapattoni als neuem Markenbotschafter setzt die Nutzfahrzeugsparte von Fiat aktuell zwar auf die Aufmerksamkeit der Massen, das Produktangebot richtet der erfolgreichste Importeur im Segment der leichten Nutzfahrzeuge (16,1 Prozent Marktanteil in Deutschland im März) aber immer stärker für ganz individuelle Einsatzzwecke aus.

In Zusammenarbeit mit zahlreichen Aus- und Aufbauspezialisten bietet Fiat Professional, so die offizielle Bezeichnung der Transporterabteilung innerhalb des Konzerns, zahlreiche Branchenlösungen ab Werk an. „Unsere Händler sind entsprechend geschult“, erklärt Kaare Neergaard, Nutzfahrzeugchef der Deutschland-Zentrale mit Sitz in Frankfurt am Main.

35.500 Nutzfahrzeuge in 2012 zugelassen

Von den 35.500 im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassenen Nutzfahrzeugen der Marke, entfielen bereits 4.500 Einheiten auf die nach dem jeweiligen Kundenbedarf umgerüsteten Fahrzeuge.

Während der Hersteller einfachere Umbauten zum Werkstattwagen, wie den Einsatz von Sortimo-Schränken und -Regalsystemen selbst vornimmt, übernehmen die Kooperationspartner die Spezialaufgaben.

Doblo, Scudo und Ducato als Frischdienstmobile

Besonders für Lebensmittel-, aber auch für Pharmahändler und Apotheken sind dabei die Frischdienst-Branchenmobile von besonderer Bedeutung. Hier arbeitet Fiat vor allem mit der Firma Winter Fahrzeugtechnik in Eichenzell bei Fulda zusammen. Die Hessen bauen wahlweise die Modelle Doblo Cargo, Doblo Cargo Maxi, Scudo und Ducato zu Kühlfahrzeugen um.

Der Laderaum wird dabei jeweils mit einer Verkleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Hartschaum isoliert. Transport- und Stand-Kälteaggregate mit Deckenflachverdampfer gewährleisten Temperaturbereiche um null Grad Celsius. Zurr- und Rammschutzleisten, Beleuchtung und herausnehmbare Anti-Rutschmatten sind ebenso Standard.

Bedarfsanalyse vor dem Umbau

„Wir führen bei jedem Kunden zunächst eine Bedarfsanalyse durch. Welcher Einsatzzweck? Wie viele Stopps? Wie viele Türöffnungen pro Tag? Das alles hat Einfluss darauf, welche Kältemaschine eingebaut werden muss“, erklärt Christian Wenig, Vertriebsleiter bei Winter, im Gespräch mit Der Handel.

Auch variable Ladeböden oder Kältevorhänge werden je nach Kundenanforderung integriert. Durch spezielle Trennwände sind sogar unterschiedliche Temperaturzonen in einem Fahrzeug möglich, um gleichzeitig frische und warme Ware zu transportieren.

Kühlkoffer mit 590 Kilogramm Nutzlast

Speziell den Doblo Cargo rüstet Kress Kühlfahrzeuge (Meckenheim), ein weiterer Experte auf diesem Gebiet, mit einem Kühlkoffer aus, der eine Kälteleistung bis minus 20 Grad bietet. Die Ladekapazität beträgt 69 E2-Kisten, die Nutzlast liegt bei 590 Kilogramm. Alle Frischdienst-Branchenmobile werden mit Zertifikat und EU-Zulassungsbescheinigung ausgeliefert.

Bernd Nusser