Ducato, Scudo, Doblo - der italienische Hersteller Fiat überarbeitet drei seiner erfolgreichen Nutzfahrzeugmodelle.

Seit sieben Monaten ist Kaare Neergaard im Amt. Und der dänische Deutschlandchef der Fiat-Nutzfahrzeugsparte "Professionals" hat allen Grund zur Zufriedenheit.

Während der Gesamtmarkt für leichte Nutzfahrzeuge hierzulande um 15 Prozent wächst und die Branche 2011 wohl mit rund 315.000 Zulassungen abschließen wird (gegenüber 273.000 in 2010), legt der italienische Anbieter noch stärker zu. Am Ende des Jahres dürften 37.500 neue Transporter und Stadtlieferwagen mit Fiat-Emblem neu im Verkehr sein - eine Steigerung um 28 Prozent gegenüber 2010.

Position gefestigt

Damit festigt die Marke mit einem Marktanteil von 12,0 Prozent ihren Platz als "Importeur Nummer 1" und Rang 3 im Wettbewerbsumfeld hinter Volkswagen (29,5 Prozent Marktanteil) und Mercedes-Benz (18,5 Prozent).

Und die Italiener haben nicht nur die Bilanz für 2011 hochgerechnet, sondern auch für 2012 schon ihre Hausaufgaben erfüllt. Ab sofort erfüllen alle Motoren die ab dem nächsten Jahr vorgeschriebene Abgasnorm Euro 5.

Zudem wurden die Modelle Ducato, Scudo und Doblo in Details verbessert und für den Stadtlieferwagen Doblo steht nun erstmals ein kompaktes Pritschenfahrzeug zur Wahl, das den betagten Strada im Portfolio ablöst.

Ducato wird sparsamer

Die meisten Veränderungen erfuhr die 2006 eingeführte Fassung des Ducato, das meistverkaufte Nutzfahrzeug von Fiat. 30 Jahre nach dem Start der ersten Generation wartet der Transporter nun mit drei neuen Innenraumausstattungen und vier neuen beziehungsweise optimierten Motoren auf.

Der Verbrauch der "Multijet"-Aggregate reduziert sich um bis zu 14 Prozent und die Wartungsintervalle erhöhen sich auf 48.000 Kilometer.

Im Fahrerhaus fällt das überarbeitete Armaturenbrett mit der höherwertigen Bedienung für Radio und Klimaanlage sowie der kabellose Anschluss für ein TomTom-Navigationsgerät ins Auge. Schon der neue Basis-Diesel mit 85 kW/115 PS bringt den Transporter flott und vibrationsarm in Fahrt. Dabei gibt Fiat für den 2,0 Liter einen Normverbrauch von lediglich 6,4 Litern an.

Start/Stopp-System als Sonderausstattung

In Deutschland mit 45 Prozent Anteil gefragtestes Modell wird wohl der 96 kW/130 PS starke 2,3 Liter werden. Die stärkere Variante leistet 110 kW/150 PS. Für beide Motoren steht ab sofort erstmals auch ein Start/Stopp-System in der Sonderausstattungsliste, während ESP für alle drei Motoren als Option und beim Toptriebwerk mit 130 kW/177 PS in Serie angeboten wird.

Beim renovierten Ducato wird die Palette wieder durch eine Erdgas-Version (100 kW/130 PS) ergänzt. Die aufpreispflichtige Traktionskontrolle, die bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h mittels Bremseingriff durchdrehende Räder verhindert, ist hingegen neu im Angebot.

Der optimierte Ducato ist um rund 500 Euro teurer geworden. Die Preisliste startet bei 21.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer), wobei der Hersteller derzeit mit einem bis zum 31. Dezember 2011 begrenzten Einführungsangebot für 14.990 Euro wirbt.

Neuer Dieselmotor für den Scudo

Eine Gewichts- und Größenklasse tiefer, verfügt der Scudo über einen neuen Dieselantrieb mit 94 kW/128 PS, der den Basis-Selbstzünder mit 66 kW/90 PS und den Top-Diesel mit 120 kW/165 PS ergänzt. Hier beginnt das Angebot bei 19.250 Euro für den Kastenwagen, der in der Standardversion nun den Namenszusatz „Business" führt.

Wer einen mobilen Konferenzraum sucht, liegt beim Scudo "Modular" richtig. In Zusammenarbeit mit dem Ausbauspezialisten Sortimo bietet Fiat auf Basis der hochwertigen Pkw-Variante "Panorama Executive" elegante Büroatmosphäre mit verschiebbaren Lederpolstern, Laminatfußboden und einem Tisch, der auch während der Fahrt benutzt werden darf. Der Sortimo-Umbau beginnt bei 9.500 Euro - wenn man zuvor das Modell mit 165 PS für 30.050 Euro ausgewählt hat.

Doblo auch als Pritschenwagen

Mit dem Doblo „Work up" präsentiert Fiat einen Pritschenwagen, der besonders für den Einsatz in engen Innenstädten konzipiert ist. Die 4,2 Quadratmeter große Ladefläche fasst drei Euro-Paletten und bis zu einer Tonne Nutzlast. Der kleine Frachter kostet wenigstens 17.750 Euro.

Zudem bieten die derzeit 430 Professional-Händler auch einen Doblo mit Kühlbox vom Spezialhersteller Kress an. Hier beträgt die Nutzlast bis zu 590 Kilogramm

Bernd Nusser