Größe ist kein Garant für Spitzenvergütung: In der zweiten Börsenliga MDax verdienen Topmanager mehr als die Chefs der Dax-30-Konzerne, zeigt eine aktuelle Studie.

Topmanager in Deutschlands zweiter Börsenliga verdienen teilweise mehr als die Chefs der Dax-Konzerne. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp) erhielt Günther Fielmann, Chef der gleichnamigen Optikkette, im vergangenen Jahr 4,38 Millionen Euro. Zum Vergleich: Lufthansa-Lenker Christoph Franz kam "nur" auf 2,12 Millionen Euro, Infineons langjähriger Spitzenmanager Peter Bauer auf 2,69 Millionen.

Zu den Topverdiener bei den MDax-Konzernen zählt auch der Chef des defizitären Bezahlsenders Sky Deutschland, Brian Sullivan. Er erhielt rund 4,59 Millionen Euro, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. Einschließlich Pensionszusagen und "sonstiger Bezüge" kam er nach Unternehmensangaben sogar auf 5,66 Millionen Euro. Diese Posten werden bei der Berechnung der Direktvergütung allerdings nicht berücksichtigt.

Mittelstand mit besserer Direktvergütung

Im Schnitt stieg die Direktvergütung der Chefs börsennotierter mittelgroßer Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf rund 2,3 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Zuwachs noch 12,5 Prozent betragen. Neun der 50 MDax-Konzerne weisen die Vergütung ihres Vorstands allerdings nur insgesamt aus und nicht aufgeschlüsselt nach Personen.

Die Lenker der Dax-Konzerne erhielten im vergangenen Jahr früheren Angaben zufolge durchschnittlich 0,5 Prozent weniger als 2011, obwohl die Unternehmen mehr verdienten. Die öffentliche Debatte um Millionenbezüge für Topmanager habe zu größerer Zurückhaltung der Aufsichtsräte geführt, die über die Gehälter entscheiden.