Während die mittelständischen Optikbetriebe über sinkende Verkäufe und stagnierende Umsätze klagen, vergrößert der Filialist Fielmann seinen Vorsprung in der Branche. (Aktualisiert)

Fielmann bleibt das Maß aller Dinge in der Optikerbranche. Das Hamburger Unternehmen steigerte 2012 Absatz, Umsatz und Gewinn. Der Filialist, nach eigenen Angaben Marktführer, gab 7,1 Millionen Brillen ab (2011: 6,7 Millionen Stück), erzielte einen Außenumsatz von 1,29 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,23 Milliarden Euro) und einen Konzernumsatz von 1,11 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,05 Milliarden Euro.

Der Gewinn vor Steuern stieg auf 180,6 Millionen Euro (Vorjahr: 173,6 Millionen Euro), der Jahresüberschuss auf 129,7 Millionen Euro (Vorjahr: 125,4 Millionen Euro). Der Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr 2012 erhöhte sich auf 3,01 Euro (Vorjahr: 2,91 Euro).

Das Unternehmen habe im ersten Quartal 2013 1,7 Millionen Brillen abgesetzt, während die übrige Branche einen Rückgang von fünf Prozent bei den Stückzahlen verzeichnet habe, teilte Fielmann am Donnerstag in Hamburg mit.

Lange Wartezeiten in den Filialen

Für seine Expansionspläne sucht Konzernchef Günther Fielmann in Deutschland geeignete Immobilien - an neuen Standorten vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin, aber auch an alten. "100 Geschäfte sind zu klein für den Kundenandrang", sagte Fielmann. Durch lange Wartezeiten bis zur Beratung verliere das Unternehmen auch Kunden, räumte er ein. Die 572 Filialen in Deutschland sollen mittelfristig - im Zeitraum von fünf Jahren - auf 700 aufgestockt werden. 671 Geschäfte wurden Ende März europaweit betrieben.

Aufkeimende Internet-Konkurrenz ist für den Firmenchef und Mehrheitseigner kein Grund für Nervosität. "Wir beobachten", sagte der 73-Jährige. Gegebenenfalls werde das Unternehmen auch über diesen Vertriebsweg selbst aktiv. Nach Fielmann-Berechnungen hat der Brillen-Umsatz via Internet einen Marktanteil von rund 3 Prozent.Solche Händler könnten im Gegensatz zum stationären Service die Augen nicht prüfen, gab der Vorstandsvorsitzende zu bedenken. Außerdem sei die Gestellauswahl ein «haptisches Erlebnis», ergänzte er. Vom Konzernumsatz entfallen rund 87 Prozent auf das Brillengeschäft (inklusive Sonnenbrillen), 11 Prozent auf Kontaktlinsen und der Rest auf Hörgeräte.

Jede zweite Brille stammt von Filialisten

Jede zweite Brille wird in Deutschland inzwischen bei Filialisten, allen voran Fielmann und Apollo-Optik gekauft.  So meldete der Zentralverband der Augenoptiker vergangene Woche zwar für 2012 ein Branchenwachstum um 2,5 Prozent auf 5,165 Milliarden Euro, verwies aber gleichzeitig auf die Probleme vieler mittelständischer Betriebe.

Dass die Branchenumsätze wachsen, liegt vor allem an den Steigerungsraten der großen Filialisten. Die mittelständischen Augenoptiker hätten hingegen 2012 bei den Stückzahlen keine und beim Umsatz nur eine geringfügige Zunahme verzeichnet, so der Verband.