Ein Trend setzt sich durch. Traditionelle Filialbanken bieten heute neben der persönlichen Beratung oft den Service einer Internet-Bank. Was aber wichtiger ist: Die Kunden nutzen das Multikanal-Angebot immer häufiger. Selbst kleinere Finanzinstitute fürchten nicht mehr die Abwanderung der Internet-affinen Kunden zu reinen Direktbanken.

Ein Trend setzt sich durch. Traditionelle Filialbanken bieten heute neben der persönlichen Beratung oft den Service einer Internet-Bank. Was aber wichtiger ist: Die Kunden nutzen das Multikanal-Angebot immer häufiger. Selbst kleinere Finanzinstitute fürchten nicht mehr die Abwanderung der Internet-affinen Kunden zu reinen Direktbanken. Bei einer Umfrage unter zwölf Sparkassen im Rheinland, fand die Sparkassen-Servicegesellschaft für Zahlungssysteme und elektronische Vertriebskanäle (sfze) heraus: Im Laufe des vergangenen Jahres sei die Online-Anlagesumme von 2,1 Millionen Euro im April 2003 auf 6,3 Millionen Euro zum Jahresende gestiegen. Ob Einmalanlagen oder Sparverträge - im Durchschnitt können Kunden der befragten Sparkassen seit einem Jahr diese Produkte standardmäßig online abschließen.

Ein neues Auftreten der "Kleinen" im Internet trägt dem Wandel Rechnung. Den Schwenk zum E-Business illustriert beispielsweise die Sparkasse Hilden Ratingen Velbert. Von der Startseite aus gelangt der Surfer zu sämtlichen Kommunikationskanälen - von E-Mail über Rückruf bis zum Chat mit dem Berater. Zentral platziert und immer erreichbar ist auch die Transaktions-Box. Ein Mausklick führt zu allen Anlage- und Versicherungsprodukten, die der Kunde mit seiner PIN/TAN-Nummer kaufen kann. Für Sascha Jekubczik, stellvertretender Leiter Medialer Vertrieb der Sparkasse Hilden·Ratingen·Velbert sind die Zeiten vorbei, in denen die Webseiten von Sparkassen reinen Informationszwecken genügten: "Wir wollen online Produkte verkaufen - Prospekte haben wir genug."

"Heute beginnt die Konsolidierungsphase im E-Finance-Markt", betont Gunnar Felten von der Postbank. Als nach dem Internet-Hype die Ernüchterung folgte, hätten viele Finanz-Player eine "übertriebene Zurückhaltung" an den Tag gelegt. Die Postbank habe hingegen kontinuierlich in den Internet-Vertrieb investiert. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Beim Privatkredit sei die Webseite der Postbank seit der Einführung sehr schnell zu einem extrem starken Absatzkanal geworden. In über 700 Finanzcentern haben die Kunden der Postbank weiterhin die Möglichkeit, persönlich beraten zu werden. Gleichzeitig habe sich aber die Zahl der Online-Kunden in den vergangenen drei Jahren auf 1,7 Millionen verdoppelt - die Zahl der im online verkauften Anlage-Produkte habe dabei die hoch gesteckten Erwartungen übertroffen. (KC)


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