Der Filialisierungsgrad in deutschen Innenstädten steigt. Für das Maklerunternehmen Lührmann ist eine hohe Zahl von Filialisten ein Beleg für die Stärke des jeweiligen Standorts.

Die Filialisierung der deutschen Innenstädte hat sich in den vergangenen fünf Jahren weiter fortgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Maklerunternehmens Lührmann. Der Spezialist für innerstädtische Einzelhandelsimmobilien hat den Filialisierungsgrad der 1A-Lagen in den fünfzehn größten Städten Deutschlands zwischen den Jahren 2006 und 2011 untersucht.

Die größten Veränderungen gab es demnach in den Fußgängerzonen von Frankfurt am Main und Düsseldorf. Der Standort mit dem höchsten Prozentsatz an Filialisten bleibt trotz eines leichten Rückgangs jedoch weiterhin die Ruhrgebietsstadt Dortmund. Den niedrigsten Anteil an Filialisten weist die Innenstadt von München auf.

Frankfurt immer beliebter

Der Filialisierungsgrad in den fünfzehn größten Städten hat sich laut der Lührmann-Analyse seit 2006 in der überwiegenden Anzahl der untersuchten Einkaufstraßen erhöht. Im Durchschnitt wuchs der Filialanteil um fünf Prozentpunkte von 59,9 Prozent (2006) auf nunmehr 64,9 Prozent Anteil am innerstädtischen Einzelhandel in der besten Einkaufslage.

Die größten Veränderungen gab es in der Innenstadt von Frankfurt mit einer Zunahme von 16,3 Prozent auf 67,2 Prozent. Filialunternehmen wie die Inditex-Linie Zara Home und das Prada-Label MiuMiu eröffneten hier erst kürzlich ihre ersten Läden in Deutschland.

Dahinter folgen Düsseldorf mit 13,1 Prozent Anstieg auf 69 Prozent sowie Dresden (11,2 Prozent Zuwachs in fünf Jahren) auf 68,5 Prozent. Berlin belegt mit einer anteiligen Filialzunahme von 9,6 Prozent auf 69,5 Prozent Platz fünf, gefolgt von Hamburg mit 9 Prozent (Platz 6 mit 66 Prozent). München belegt mit 7,5 Prozent Zunahme auf 53,7 Prozent den neunten Platz.

Dortmund bleibt Filialisten-Hauptstadt

Drei der fünfzehn Innenstädte verzeichneten hingegen einen Rückzug der Filialisten. Während in Dortmund der Anteil um 4,9 Prozent auf 74,6 Prozent sank, verringerte sich der Filialisierungsgrad in Essen um 5,9 Prozent auf 68 Prozent. In Hannover gab es mit 11,1 Prozent auf 64,3 Prozent den größten Rückgang. Vor fünf Jahren belegten Dortmund, Hannover und Essen noch die ersten drei Plätze der am stärksten filialisierten Innenstädte.

Trotz des Rückgangs hat Dortmund mit seinen 74,6 Prozent weiterhin den insgesamt größten Filialistenanteil unter den 15 verglichenen deutschen Städten, gefolgt von Bremen (72 Prozent) und Nürnberg mit insgesamt 70,3 Prozent (2006: Plätze 4 und 5). Berlin belegt nun Platz 4 (2006: Platz 6), Hamburg Platz 9 (2006: Platz 8). Hannover fiel von Platz 2 auf Platz 10, Essen von Platz 3 auf Platz 7.

Filialisierungsgrad von Berlin bis Duisburg, Quelle: Lührmann
Filialisierungsgrad von Berlin bis Duisburg, Quelle: Lührmann
Die geringsten Filialisierungsgrade unter Deutschlands Großstädten weisen Duisburg (Platz 13 mit 55,3 Prozent), Leipzig (54,7 Prozent) und München (Platz 15) auf. München ist allerdings ein Sonderfall. Die Innenstadt bietet ausreichend Fläche für ein heterogenes Angebotsspektrum bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Und das gilt gleichermaßen in den Prestigelagen wie in den ebenfalls gut frequentierten Nebenlagen. Traditionell starke und oftmals noch in Familienhand befindliche Einzelhändler bestehen mit ihren hochwertigen Angeboten direkt neben den Kollektionen internationaler Filialisten.

"Unbeeindruckt von den Konjunkturschwankungen der vergangenen Jahre expandieren die Filialunternehmen weiter in die Innenstädte. In Verbindung mit der Mieterqualität und dem Branchenmix kann der Filialisierungsgrad daher bis zu einem gewissen Grad auch als Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Einkaufsstandortes gesehen werden", sagt Achim Weitkamp, Geschäftsführender Gesellschafter bei Lührmann.