Niedrige Arbeitslosenquote, hohe Kaufkraft: Der deutsche Süden ist beliebtes Expansionsziel für Händler. Dabei muss es nicht immer eine Metropole sein.

Bei filialisierten Handelsunternehmen sind süddeutsche Städte bevorzugte Expansionsziele. Das gilt sowohl für deutsche als auch internationale Filialisten, hat der Immobilienmakler Lührmann in seinem "Trendbarometer 2013" ermittelt. Demnach beurteilten 77,5 Prozent der befragten Unternehmen Süddeutschland als "sehr attraktiv", 21,6 Prozent als "attraktiv". Im Vergleich dazu fällt das Urteil zur zweitattraktivsten Region, Westdeutschland, überraschend durchschnittlich aus: Hier geben nur 15,6 Prozent der Befragten ein "sehr attraktiv" und 74,3 Prozent ein "attraktiv".

Für die Erhebung wurden 804 Expansionsverantwortliche aus Einzelhandelsbetrieben befragt. Bei 8,4 Prozent der Befragten handelt es sich um regionale Unternehmen, bei 19,5 Prozent um nationale Filialisten, 72 Prozent der Befragten sind internationale Filialisten.

München ist gut, Passau aber auch

Demnach ziehen nicht nur die Metropolen München, Stuttgart oder Nürnberg Einzelhändler an. Auch die kleineren Großstädte sind aufgrund deren Kaufkraft attraktiv: "Beispielsweise haben bayerische Mittelstädte wie Straubing, Weiden, Passau, Schweinfurt und Rosenheim rechnerische Pro-Kopf-Umsätze, die beim Doppelten des Bundesdurchschnitts liegen", sagt Guido Kleinschmidt, geschäftsführender Gesellschafter bei Lührmann Deutschland.

Der durchschnittliche Kaufkraftindex liegt bei 100. Straubing kommt auf mehr als doppelt so viel (226,5), und auch Schweinfurt, Rosenheim und Kempten liegen über 190. Zum Vergleich: Hamburgs Index liegt bei 121,7, München bei 151,1.

Insgesamt liegen die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen mit Werten deutlich über 100 vor den restlichen Bundesländern - Hamburg ausgenommen - in Bezug auf Kauftkraftindizes. Zudem hat Süddeutschland eine niedrigere Arbeitslosenquote als andere Regionen.