Nicht alle Finanzdienstleister nehmen den Verbraucher- und Datenschutz beim E-Commerce ernst. Jedes dritte Institut erfüllt nicht die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Verbraucher. Nachholbedarf gibt es auch beim Umgang mit vertraulichen Kundendaten im Internet.

Nicht alle Finanzdienstleister nehmen den Verbraucher- und Datenschutz beim E-Commerce ernst. Jedes dritte Institut erfüllt nicht die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Verbraucher. Nachholbedarf gibt es auch beim Umgang mit vertraulichen Kundendaten im Internet.

Ebenfalls ein Drittel der Banken und Versicherungen informiert seine Kunden nicht über die Verwendung der persönlichen Daten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie 'E-Commerce der Finanzdienstleister III' von Mummert Consulting. Dabei greifen wie im wirklichen Leben auch im Internet Gesetze, wenn es online zum Vertragsschluss kommt: Der Kunde muss beispielsweise die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) schnell und einfach einsehen können. Das beherzigen aber nur zwei Drittel der Kreditinstitute. Einziger Lichtblick: Alle untersuchten Sparkassen sind in Sachen Verbraucherschutz auf dem Laufenden. So bieten die Sparkassen und Bausparkassen einen einfachen Zugriff auf die AGB an. Von zwölf getesteten Privatbanken finden sich gerade bei einer die AGB im Netz. Die Experten bei Mummert Consultiung vermuten, dass der Grund hierfür darin liegt, dass Privatbanken das Internet eher als Marketing- denn als Verkaufsplattform ansehen. Bei den Versicherungen sucht man ebenfalls häufig vergebens. Nur knapp die Hälfte hält die allgemeinen Versicherungsbedingungen auch im Netz bereit. Immerhin 86% liefern aber die nötigen Informationen auf Anfrage.

Auch der Datenschutz wird in einigen Instituen noch vernachlässigt: Zwei Drittel der Befragten informieren zwar über den Zweck der Datenspeicherung, über die Möglichkeit des Widerspruchs gegen die Speicherung informiert aber nur jede dritte Bank und Versicherung. Das Gesetz schreibt vor, dass im Falle des Vertragsabschlusses der Kunde der Datenspeicherung bewusst zustimmen muss. Zwei von drei Unternehmen setzt diese Vorgabe nicht korrekt um.

Ferner müssen Finanzdienstleister, die den Abschluss von Verträgen via Internet anbieten, eine Anbieterkennzeichnung bereitstellen. Ziel ist es, dass der Kunde Klarheit darüber hat, wer Vertragspartner ist. Diese Vorgabe erfüllen 88% der untersuchten Institute. Doch nur bei 63% der geprüften Unternehmen entsprach die Kennzeichnung auch inhaltlich den gesetzlichen Bestimmungen. Bei Verstößen kann es teuer werden - es drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro. Auch hier glänzen die Sparkassen: Alle erfüllten die Anforderungen beim Verbraucherschutz. (AP)

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