Hoffnung für 26.000 Karstadt-Mitarbeiter: Der amerikanische Finanzinvestor Triton will das insolvente Warenhaus übernehmen - und fortführen. Angeblich aber zu harten Bedingungen.

Der Finanzinvestor Triton hat nach eigenen Angaben ein Angebot für eine Übernahme der insolventen Warenhauskette Karstadt vorgelegt. Das berichtete ein Unternehmenssprecher am heutigen Freitag in München.

Der Investor sei an einer Übernahme der Warenhauskette als Ganzes interessiert. "Wir kaufen das Unternehmen nicht, um es zu liquidieren", so der Sprecher. Zur Höhe des angebotenen Preises machte er keine Angaben. Das vorgelegte Konzept müsse nun vom Gläubigerausschuss geprüft werden. Vorgesehen seien weitere Einschnitte.

Oder wird es doch Highstreet?

Angeblich soll Triton, eine deutsch-skandinavische Investmentfirma, aber harte Bedingungen für die Übernahme der 120 Karstadthäuser mit insgesamt 26.000 Beschäftigten gestellt haben. Diese Bedingungen dürften das Vermieterkonsortium Highstreet betreffen, das vom Goldman-Sachs-Fonds Whitehall Fonds angeführt wird.

Highstreet hatte bereits vor Wochen angekündigt, auf rund 150 Millionen Euro Mietzahlungen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verzichten. Das Konsortium besteht aus rund 50 institutionellen Anlegern.

Sollten die neuen Triton-Bedingungen zu heftig sein, dann soll Highstreet sogar erwägen, seinerseits das operative Karstadt-Geschäft zu übernehmen. Der frühere Karstadtchef Thomas Middelhoff hatte die Karstadtimmobilien vor gut vier Jahren für vier Milliarden Euro an Highstreet verkauft.

Die Gewerkschaft Verdi bewertet das Triton-Angebot sehr zurückhaltend. "Uns liegen keine Details vor", sagte Sprecherin Cornelia Haß zu derhandel.de. Zudem wisse man nicht, ob noch weitere Investoren Interesse zeigen würden.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte den Investoren eine Frist zur Abgabe von Angeboten für Karstadt bis zum späten Freitagnachmittag gesetzt. Görg bestätigte, dass lediglich ein Angebot eingegangen sei.