Das wachsende Interesse von KMUs an Firewall-Lösungen hat zu einer Verschiebung der Rangordnung innerhalb des Marktes geführt: Der Schwerpunkt bewegt sich weg von Software-Firewalls in Richtung Firewall-Appliances, also Hardware.

Wer sein unternehmensinternes Computernetz ans Internet oder andere Fremdnetze anschließt, öffnet Hackern Tür und Tor zu wichtigen Datenbeständen. Eine Firewall schützt vor derartigen Eindringlingen und unbemerktem Datenklau. Nachdem inzwischen auch kleine und mittlere Unternehmen die Notwendigkeit erkannt haben, ihre Daten nach außen abzuschotten, erfährt der Europamarkt für Firewall-Software und -Appliances einen neuen Wachstumsschub. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan soll sein Volumen, im Jahr 2000 noch auf 409 Mio. US-Dollar beziffert, bis 2005 auf rund 1,25 Mrd. US-Dollar zunehmen. Als weitere Wachstumsmotoren werden die Konvergenz der Technologie mit Virtual Private Netwprks (VPN) und der anhaltende Trend in Richtung E-Commerce genannt.

Das wachsende Interesse der kleinen und mittleren Unternehmen an Firewall-Lösungen hat erstmals zu einer Verschiebung der Rangordnung innerhalb des Marktes geführt: Während der Sektor für Software-Firewalls schon gesättigt ist, bewegt sich der Schwerpunkt zusehends in Richtung Firewall-Appliances, also Hardware. Gegenüber Softwarelösungen bieten die Appliances den Vorteil, dass zu einem festen Preis eine integrierte Komplettlösung für die Absicherung der Unternehmensdaten erworben wird. Hierdurch werden mögliche Hardware oder Softwareprobleme minimiert. "Wir gehen davon aus, dass der Software-Sektor im Jahr 2005 einen Umsatzanteil von rund 38% erwirtschaften wird, während die Appliances den Markt klar dominieren," so Jose Lopez, Research Analyst bei Frost & Sullivan.

Diese Entwicklung setzt die Software-Anbieter unter Druck, ihre Produkte konkurrenzfähiger zu machen. Eine Lösung sehen sie in der Einbettung ihrer Anwendungen in geeignete Appliances, weshalb mittlerweile zunehmend OEM-Vereinbarungen (Original Equipment Manufacturer) mit Appliance-Herstellern getroffen werden. "Dieses Vorgehen wird sich dann wiederum auf die Gewichtung innerhalb des Marktes auswirken," meint Lopez. Als weitere Strategien, mit denen die Branchenakteure den rückläufigen Umsatzzahlen entgegentreten wollen, nennt Lopez Bestrebungen zur Stärkung des Markennamens: Viele Unternehmen überschreiten ihren Kernkompetenzbereich und expandieren in Felder wie Quality-of-Service- oder Intrusion-Detection-Software.

Grundsätzlich ist laut Frost & Sullivan davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Informationssicherheit auch zukünftig nicht abreißen wird. Dafür sorgt allein schon die immer breitere geographische Verteilung kritischer Unternehmensdaten im Zuge der Globalisierung und des technischen Fortschritts. So werden beispielsweise für den Einsatz an dezentralen Unternehmensstandorten integrierte Software-Firewalls an Bedeutung gewinnen. Dafür gibt es gemäß Analyse zwei Gründe: Zum einen sind Stand-alone-Firewall-Server für die meisten Standorte indiskutabel, weil Verwaltungsaufwand und Kosten zu hoch sind. Zum anderen stellen Niederlassungen häufig ein schwaches Glied in einer ansonsten gut gesicherten Kette dar, weil sich Hacker auf diesem Umweg Zugang zum Unternehmensnetz verschaffen können. Zusätzlich ergeben sich aus dieser Lösung auch Vorteile für die Diensteanbieter und Systemintegratoren, weil die Integration weniger Kosten und Aufwand verursacht.

Als wichtigste Wettbewerber im europäischen Firewall-Markt nennt die Analyse die Unternehmen Checkpoint und Cisco Systems, wobei sich Checkpoint mit Hilfe seiner starken Partnerschaft mit Nokia im Appliances-Bereich inzwischen einen gewissen Vorsprung verschafft habe.

Die Studie "Frost & Sullivan's Analysis Of The European Firewall Market" (Report B044) ist zum Preis von 5.000 Euro erhältlich. (ST)


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