Das Feiern ist den Deutschen in der Krise vergangen. Das spürt der Weinhändler Hawesko beim Verkauf von höherpreisigen Getränken - und somit am Umsatz.

Der börsennotierte Hamburger Weinhändler Hawesko hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang von rund zehn Prozent hinnehmen müssen. "Die schwere Wirtschaftskrise hinterlässt auch bei uns ihre Spuren", sagte Vorstandsvorsitzender Alexander Margaritoff am Mittwoch in Hamburg.

Bei einer genauen Betrachtung gebe es jedoch auch ermutigende Signale: So stammten die Umsatzrückgänge vor allem aus dem Großhandel, der Gastronomie und dem Catering-Bereich - nicht aber aus dem Versand- und Einzelhandel mit den Endkunden.
 
"Feten, Bankette und Großveranstaltungen passen einfach nicht in die heutige Krisenlandschaft", erläuterte Margaritoff. Vor allem die Märkte für teure Bordeaux-Weine und Champagner seien weitgehend zum Erliegen gekommen.

Gute Chancen auf gutes Jahr

Für das Gesamtjahr erwartet Margaritoff zwar einige Prozent Umsatzrückgang, aber keine Katastrophe: "Das Weingeschäft ist stabiler als andere Konsumbereiche", sagte er. "Wir haben aus heutiger Sicht gute Chancen auf das zweitbeste Jahr der Firmengeschichte."
 
Im vergangenen Jahr erreichte Hawesko ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 339 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 25,5 Millionen Euro - 2007 waren es 18,3 Millionen Euro - und damit über der Zielrendite von sieben Prozent.

Hawesko ist Marktführer im Handel mit höherwertigen Weinen und verkauft über den Versandhandel, den Großhandel und den filialisierten Einzelhandel mit den Jacques Wein-Depots.