Weltmarktführer Toyota möchte die Talfahrt auf dem deutschen Markt endlich stoppen und nimmt verstärkt die Fuhrparks ins Visier. Mit Auris und Avensis stehen die beiden relevantesten Modelle frisch überarbeitet bereit.

Auf praktisch allen Märkten ist Weltmarktführer Toyota erfolgreich – nur in Deutschland will es für die Japaner partout nicht laufen. Nach den ersten fünf Monaten des Jahres steht nach den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes erneut ein Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,4 Prozent zu Buche. Mit bislang lediglich 26.285 Zulassungen liegt der Marktanteil bei gerade noch 2,0 Prozent. Platz 12 in der Zulassungsstatistik stellt die ehrgeizigen Japaner natürlich nicht zufrieden.

Eine Erklärung für Toyotas Talfahrt liegt im bisherigen Fokus auf den Privatkundenmarkt. Der ist seit Jahren rückläufig, während die gewerblichen Zulassungen stetig steigen. „Wir bauen gerade unsere Strukturen auf, um im Flottenbereich stärker präsent zu sein. Das ist ein strategisches Ziel“, versichert Unternehmenssprecher Thomas Schalberger.

Stärkeres Engagement bei den Nutzfahrzeugen

Dem bedächtigen Einstieg mit dem Proace in die Nutzfahrzeug-Kooperation mit dem französischen PSA-Konzern im vergangenen Jahr, soll 2016 ein „größerer Aufschlag“ mit einem gemeinsam neu entwickelten Modell folgen. Bereits jetzt haben die Japaner aber ihre beiden für Flotten und Fuhrparks interessantesten Fahrzeuge gründlich renoviert.

Zu Kombi-Preisen ab 24.640 Euro steht der Mittelklassewagen Avensis mit teils neuen Motoren und einem kamerabasierten Sicherheitsausstattungspaket schon bei den Händlern. Am 12. September folgt dann der geliftet Auris, der in der Kompaktklasse endlich eine größere Rolle spielen soll.

Sicherheitspaket und neue Motoren

Dazu hat Toyota die Notbremsfunktion, den Spurhalteassistenten, die Verkehrszeichenerkennung und die automatische Fernlichtregulierung in ein optionales Paket (550 Euro ab Ausstattungsstufe „Comfort“) geschnürt. Der Innenraum wurde aufgemöbelt und mit einem modernen Zentraldisplay auch aufgewertet. Zudem stehen künftig der 1,6-Liter-Diesel (82 kW/112 PS) aus der Zusammenarbeit mit BMW sowie erstmals auch ein Turbo-Benziner (85 kW/116 PS) im Angebot.

Einen noch größeren Absatzanteil als von den konventionellen Verbrennungsmotoren erhoffen sich die Japaner allerdings vom Hybridantrieb, der in Deutschland schon jetzt 45 Prozent und in Europa gar 54 Prozent an den Auris-Verkäufen ausmacht. Hier wirkt sich verkaufsfördernd aus, dass der Pionier und Marktführer auf diesem Gebiet zum Start der Baureihe 2012 die Preise für das Duo aus Elektro- und Ottomotor nach unten auf das Niveau des Dieselaggregates angepasst hatte. Der niedrige Normverbrauch von lediglich 3,5 Litern könnte manchen umweltbewussten Fuhrparkmanager überzeugen.

Preisen noch offen

Die neuen Preise für die überarbeitete Version seien zwar aktuell noch in der finalen Abstimmung, würden sich aber am (noch) aktuellen Modell orientieren. Das ist ab 15.990 Euro für den 1,3 Liter-Benziner mit 73 kW/99 PS zu haben.

Bernd Nusser