Bereits Ende 2000 führten 2,5 Mio. Kunden ihre Wertpapierdepots online, und bis 2005 werde die Zahl auf 7 Mio. steigen. Den größten Anteil des Online-Wertpapiergeschäftes würden hierbei Fonds einnehmen. Aber die Kunden kritisieren das unübersichtliche und erklärungsbedürftige Angebot im Internet, wie eine Erhebung von Forrester Research ergab.

Bereits Ende 2000 führten 2,5 Mio. Kunden ihre Wertpapierdepots online, und bis 2005 werde die Zahl auf 7 Mio. steigen. Den größten Anteil des Online-Wertpapiergeschäftes würden hierbei Fonds einnehmen. Aber die Kunden kritisieren das unübersichtliche und erklärungsbedürftige Angebot im Internet, wie eine Erhebung von Forrester Research ergab.

Nach der neuen Studie von Forrester Research "Fonds im Netz" investieren im Jahr 2005 mehr als 4 Mio. Anleger in Fonds via Internet. Begründet wird der starke Anstieg im Onlinehandel von Fondsprodukten durch die gesetzliche Verpflichtung zur privaten Altersvorsorge ab 2002 und durch die Reinvestition der in den nächsten Jahren vermehrt freigesetzten Erbschaften und Lebensversicherungen. Zudem würden künftig vor allem eher konservative Kundensegmente ebenso wie junge, bisher risikofreudige und nun vom Aktienmarkt enttäuschte Zocker auf den Online-Fondsmarkt drängen.

Obwohl die Nachfrage nach Fondsangeboten hoch ist, erweise sich das heutige Angebot als unübersichtlich und erklärungsbedürftig. "Derzeit gibt es mehr als 4500 zugelassene Fonds in Deutschland. Dem Kunden wird eine Vielzahl kaum unterscheidbarer Produkte vorgelegt. Erschwert wird die Auswahl insbesondere durch mangelnde Beratung und wenig transparente Gebührenstrukturen", erklärt Forrester-Research Director Robert Mutschler. "Mit Hilfe standardisierter Fragebögen, die dem Kunden die Fondsauswahl im Internet erleichtern sollen, lässt sich zudem keine geeignete persönliche Auswahl treffen."

Um die Potenziale voll ausschöpfen zu können, müssten die Banken reagieren und ihre Angebote zukünftig stärker am Wissensstand und den Interessen ihrer Kunden ausrichten, meint Forrester. Wie die Studie zeige, fordere der Kunde einfach durchzuführende Gebühren- und Preisvergleiche und wünsche eine schnelle und informative Übersicht über die im Internet angebotene Fondsvielfalt.

Eine Erleichterung des Fondshandels für den Kunden verspricht der Börsengang vieler Fonds. Die deutsche Börse hat bereits auf die steigende Nachfrage nach Fonds reagiert und bietet ein Segment speziell für Fonds an.

Nach Forrester werde der Börsengang den Fondsmarkt neu strukturieren. Aufgrund der schwer kontrollierbaren Ergebnisse von gemanagten Fonds würden die Kunden zunehmend auf börsengehandelte indexnachbildende Fonds umsteigen. Gegenüber aktiv gemanagten Fonds und Aktien hätten sie sich in den vergangenen Jahren als sicherere Anlage erwiesen. Indizes ermöglichen zudem einen genauen Gebühren- und Leistungsvergleich und vereinfachen dadurch die Handelbarkeit von Fonds. Mit dem Börsengang der Fonds werde aber nicht nur die Handelbarkeit erleichtert, sondern auch ein wesentlicher Preisvorteil erzielt, denn alle an der Börse gehandelten Fonds könnten ohne Ausgabeaufschlag erworben werden.

Die stelle eine große Herausforderung für Banken und Fondgesellschaften dar, fasst Forrester zusammen. Denn nur durch eine weitere Spezialisierung ihrer Angebotspalette mit klarem Markenprofil und entsprechender Senkung des Preis- und Gebührenniveaus würden sie im hart umkämpften Fondsmarkt bestehen können. Gewinner im Fonds-Börsenhandel würden laut Forrester Research eindeutig die Börsen sein. "Börsen positionieren sich als neutrale Anbieter am Markt und werden langfristig auch eigene Indexfonds anbieten. Sowohl Kunden wie Börsen können auf Fondsgesellschaften als Zwischenhändler verzichten", so Mutschler. (RS)


ZUR STUDIE:

Für diese Studie wurden in Deutschland 414 Privatpesonen online interviewt. Die Befragten sind erfahrene Internetnutzer, die dieses Medium bereits zur Abwicklung von Bankgeschäften nutzen. Ergänzend zur Kundenbefragung wurden telefonische Tiefeninterviews mit 20 Fondsmanagern, Leitern des Produkt- und Prozessmanagements bei Banken und weiteren Experten durchgeführt.


KONTAKT:

Forrester Research
Dr. Barbara Löchte
Tel. 069/43 08 91-52
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