Ford reduziert bei seinem wichtigsten Nutzfahrzeug, dem Transit, den Verbrauch und erhöht die Wartungsintervalle.

Ford hat viel vor. Bis 2014 wollen die Kölner nicht nur ihre gesamte Nutzfahrzeugpalette erneuern, sondern auch noch „eine ganze Reihe von neuen Produkten vorstellen und diverse Nischen besetzen", wie Wolfgang Kopplin, Verkaufsdirektor der Ford-Werke GmbH, ankündigt. Im Rahmen dieser Offensive wird auch die aktuelle Fassung des in 45 Jahren insgesamt 6,5 Millionen Mal gebauten Transit ersetzt.

Moderner 2,2-Liter-Diesel in vier Leistungsstufen

Weil der Dauerbrenner 80 Prozent des Ford-Nutzfahrzeuggeschäftes ausmacht und das Transporter-Geschäft derzeit brummt (plus 17,2 Prozent im ersten Halbjahr 2011), ziehen die Rheinländer aber schon jetzt die Einführung einer neuen Motorenbaureihe vor und spendieren dem Transit im Spätherbst seiner Karriere einen modernen 2,2-Liter-Diesel, der mit seinen vier Leistungsstufen alle bisherigen Antriebsaggregate ablöst. Zur Wahl stehen 74 kW/100 PS, 92 kW/125 PS, 103 kW/140 PS und 114 kW/155 PS.

Zusammen mit Front-, Heck-, oder Allradantrieb, drei verschiedenen Radständen, drei Ausstattungsstufen und drei Dachhöhen ergeben das mehr als 400 mögliche Basiskombinationen.

Euro 5 und Sechs-Gang-Getriebe

Die neuen Motorversionen erfüllen nicht nur durchgängig die Euro-5-Norm, verfügen über Sechs-Gang-Getriebe und sind bis zu 11 Prozent sparsamer als die Vorgänger, sondern versehen ihren Dienst auch deutlich leiser, wie sich auf ersten Testkilometern feststellen ließ. Dabei machte bereits der kleinste Selbstzünder einen harmonischen und leistungsstarken Eindruck. Für das Modell FT 300 mit kurzem Radstand hat der Hersteller beispielsweise einen Normverbrauch von 7,2 Litern ermittelt.

Foto: Ford
Foto: Ford
Wer die Betriebskosten noch weiter reduzieren möchte, greift zum „Eco"-Paket mit Start/Stopp-Funktion, abschaltbarem Geschwindigkeitsbegrenzer (bei 110 km/h), Bordcomputer und zweiter Batterie. Oder zu den beiden noch sparsameren „Econetic"-Modellen mit kurzem und langem Randstand. Ford verspricht für diese Varianten 6,7 beziehungsweise 7,1 Liter Verbrauch. Der Bordcomputer pendelte sich auf der Proberunde mit dem kurzen FT 280 auf mäßig hügeligen bayerischen Landstraßen bei 8,1 Liter ein.

Alle 50.000 Kilometer in die Werkstatt

Weitere Neuerungen, die Fuhrparkmanager und Mittelständler erfreuen: Die Wartungsintervalle wurden auf 50.000 Kilometer (oder alle zwei Jahre) und die Garantie gegen Durchrostung von acht auf zwölf Jahre erhöht. Zudem ist eine beheizbare Windschutzscheibe an Bord.

Die Verbesserungen gibt es allerdings nicht zum Nulltarif. Im Schnitt verlangt Ford für den weiterentwickelten Transit nun rund 1.000 Euro mehr. Die Preise für den Kastenwagen beginnen bei 23.250 Euro (ohne Mehrwertsteuer).

Nutzfahrzeug-Kompetenzcenter

Mit der Zahl neuer Modelle soll auch die Servicequalität weiter gesteigert werden. 230 sogenannter Nutzfahrzeug-Kompetenzcenter haben die Rheinländer flächendeckend aufgebaut. Die Kompetenzhändler stehen denn auch für den Löwenanteil des Geschäftes. Zu den Standards gehören unter anderem: Mindestens 60 Stunden pro Woche Öffnungszeit, höhere Verfügbarkeit von Fahrzeugen, Ersatzteil-Lagerhaltung, ausreichend große Kundenparkplätze und jährlich geschulte Serviceberater. Ford unterstützt die Partner neuerdings mit professionellen Gewerbe-Beratern, die vor Ort bei der Akquise helfen.

Bernd Nusser