Frank Levita, Design3000
Frank Levita, Design3000
Frank Levita ist ein E-Commerce-Mann der ersten Stunde. Bereits 1999 startete er den Online-Shop Design3000.de. Der ist damit schon fast so etwas wie ein Traditionshaus - in Internet-Dimensionen.  Der Online-Shop für Geschenke und Designprodukte rund um Wohnen & Lifestyle überlebte Dotcom-Krisen, Konjunktur-Täler. Wohl auch deshalb geht  Gründer Frank Levita  so unaufgeregt seinen Weg. 
Im Interview mit etailment erläutert er sein Konzept der Markenshops, sagt, warum Markenhersteller mit dem Feuer spielen und gesteht Wissenslücken ein.


In Ihren Markenshops haben Sie gerade die Kochgeschirr-Marke Fissler aufgenommen. Welche Rolle spielt das Markenshop-Konzept für Design3000?

Wir verstehen design3000.de als eine führende „Handelsmarke“, es wird von uns ein Konzept des „autorisierten Online-Händlers“ verfolgt.  Markenshops, wo wir de-facto als Outsourcing-Unternehmen für Markenprodukt-Hersteller auftreten, spielen für uns eine wichtige und zentrale Rolle, da wie hier unsere Qualifikation als Online-Anbieter und -Händler hochwertiger, preisstabiler Produkte ausspielen können.


Wie läuft es?

Einerseits können wir objektiv kaum klagen - danke der Nachfrage - andererseits beobachten wir seit einiger Zeit mit großer Sorge, dass einige der Markenhersteller offenbar Probleme mit ihrer Markenführung, speziell der Preisbildung und Preisstabilität am Markt haben.  Es ist schade und zu bedauern, wenn Hersteller zugunsten – zunächst(!) – höherer Absatzzahlen am Markt über zum Teil zweifelhafte Online-Händler und -Praktiken Preissenkungen vornehmen und als „Billiganbieter“ aufzutreten versuchen.  Das ist keine nachhaltige Strategie!  Es beschädigt die Reputation der Marke, langfristig geht damit die, zum Teil über Jahrzehnte von den Herstellern erarbeitete, Marktposition verloren und kaputt.

Wie unterscheidet sich Design3000 von Markenshops anderer Online-Anbieter?

Bei design3000.de finden Sie in den Markenshops das gesamte verfügbare Sortiment – wir sind für die Markenhersteller Vollsortimenter.  Wir bieten eine exzellente Dokumentation und Bewerbung der Produkte, hochwertige Fotos und Texte.  Wir unterhalten eine qualifizierte Hotline per Telefon.  Und wir liefern absolut zuverlässig, in ansprechenden Paketen.  Insgesamt investieren wir massiv in eine gelungene Ansprache des Kunden und eine dazu passende Präsentation der Produkte.  Und, nicht zuletzt:  Stöbern und Kaufen bei design3000.de macht Spaß – „design3000 Kaufvergnügen“!

Bei Ihnen kaufen zu 75 Prozent Frauen. Kein Interesse an den Männern?

Es kann schon sein, dass die emotionale Aufmachung der Kundenansprache bei design3000.de eher Frauen anspricht – aber gehen Sie davon aus, am Ende landen viele von Frauen gekaufte Produkte als Geschenke oder als Ausstattung des gemeinsamen Haushalts doch wieder in „Männerhand“. 


Sie sind seit 1999 dabei. Welche Regeln haben sich im E-Commerce verändert?

Naja, jeder in diesem Geschäft des Online-Einzelhandels professionell Tätige wird eher fragen, was sich denn in den letzten rund 15 Jahre nicht verändert hat.  Wir meinen, dass design3000.de absolut auf dem Niveau einer Bundesliga „Giving & Living“, obere Tabellenhälfte, spielt.  Wir sind à jour mit der akademischen Diskussion in unserem Metier, und wir tun etwas für diesen Zustand des „Well-Aware“.  Das ist nicht immer einfach – aber, wenn’s einfach wäre, dann könnte das ja jeder, oder?


Design-Shops wie Fab erhalten reichlich PR. Fühlen Sie sich da in der Wahrnehmung an den Rand gedrängt?

Nein.  Schon vor Jahren hat Andy Warhol völlig richtig festgestellt, heutzutage könne jedermann innerhalb von 15 Minuten weltberühmt werden.  Die Frage ist halt:  „Für was?“


Sie sind bislang ohne VC-Kapital ausgekommen. Organisches Wachstum und Internet-Tempo: passt das noch zusammen?

Ja, definitiv.  Die Gründer und Gesellschafter von design3000.de haben natürlich die Dot-Com-Blase und -Krise in bester Erinnerung.  Am Ende zählt exakt ein Faktum:  Die nachhaltige Erzielung positiver Betriebsergebnisse.  Vergessen Sie die diversen Ansätze, durch hochfrequentes Geldwechseln irgendwie vorankommen zu wollen, möglichst rasch.  Nun, „Lottogewinne“ sind sicher nicht ganz unmöglich, aber:  „Lotto ist die Steuer auf Dummheit“ sagt Blaise Pascal.

Aber ernsthaft – wir wollen nicht ausschließen, irgendwann Gespräche mit einem seriösen strategischen Investor zu führen.


Dennoch haben Sie ehrgeizige Ziele, peilen langfristig 30 bis 40 Millionen Euro Umsatz an. Wie wollen Sie das erreichen?

Sie erwarten, dass die Antwort auf diese Frage in der Presse zu lesen ist?


Sie nutzen Newsletter, Payback, Social Media – sogar Pinterest – und TV-Werbung. Welche Rolle spielen die jeweiligen Tools im Marketing-Mix?

Es gibt zwei Rollen:  Einige Maßnahmen werden ergriffen, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Wir machen einiges, um im Wettbewerb quasi das zu machen, was alle machen, und was die Kunden als ein Sine-qua-non erwarten – es geht nun einmal nicht ohne Newsletter.  Andere Maßnahmen werden ergriffen, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen.  Hier laufen Maßnahmen, die nicht jeder Wettbewerber hat, um uns positiv am Markt zu differenzieren.  Die TV-Kampagnen etwa waren geeignet, die Grundbekanntheit der Marke design3000.de zu erhöhen.  Das machen nicht alle so wie wir.


Und was hilft dem Umsatz am besten auf die Sprünge?

Das wissen wir nicht genau – wirklich!  Hier geht es uns ähnlich wie anderen guten Marken und Handelsmarken auch.  Hat nicht Henry Ford schon gewusst, dass die Hälfte der Werbung völlig vergebens ist, er aber nicht weiß, welche Hälfte es ist?