Nach 15 Jahren Projektzeit erfolgte heute der erste Spartenstich für das Skyline Plaza in Frankfurt am Main. Bis 2013 soll auf dem Gelände des Europaviertels ein riesiges Shopping- und Entertainmentcenter entstehen.

Die Ausmaße sind gigantisch: "Die Bruttogeschossfläche umfasst 750.000 Kubikmeter, das entspricht 750 durchschnittlichen Einfamilienhäusern. Wir bauen hier also ab heute praktisch ein Einfamilienhaus pro Tag", erläutert Jens-Ulrich Maier, Geschäftsführer bei der Projektentwicklungsgesellschaft ECE, bei der Pressekonferenz zum symbolischen ersten Spatenstich für das Skyline Plaza am heutigen Mittwoch in Frankfurt am Main.

Im Herbst 2013 soll das Shopping- und Entertainmentcenter mit 38.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für 180 Geschäfte und 9.000 Quadratmeter Fitness- und Wellnessbereich, betrieben von MeridianSpa, eröffnen. Ein öffentlich zugänglicher, 10.000 Quadratmeter großer Dachgarten soll zudem Platz für den "größten Biergarten Frankfurts" bieten.

Skyline Plaza als das Herz des Europaviertels

"Das Projekt hat eine lange und wechselvolle Vorgeschichte, die aber auch beweist, dass beide Partner des Joint Ventures fest an den Erfolg glauben", sagte Gerhard Dunstheimer, stellvertretender Vorsitzender der ECE-Geschäftsführung. "Das Skyline Plaza wird das Herz des Europaviertels". 

Das Joint Venture der Immobiliengesellschaft Vivico (CA Immo Group) und des größten Shoppingscenterbetreibers in Europa, der Hamburger ECE, war wie das gesamte Europaviertel auf dem ehemaligen Frankfurter Hauptgüterbahnhof über Jahre hinweg in der Diskussion. Immer wieder stand die Realisierung des gesamten Projektes in Frage. Rund 360 Millionen Euro investieren die beiden Partner in das Shoppingcenter und ein benachbartes Kongresszentrum für bis zu 2.400 Teilnehmer. 

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs soll bis 2019 ein ganzes Stadtviertel mit Büro- und Hoteltürmen, Wohnungen und eben dem Skyline Plaza entstehen - im Westen von Frankfurt benachbart zum Messegelände unweit von City und Hauptbahnhof. Von der Realisierung des Shoppingcenters hingen weitere Projekt des Europaviertels ab. "Was sollen wir kommen, wenn das Center nicht kommt, hörten wir immer wieder von Investoren", erinnert sich Bernhard H. Hansen Vorsitzender der Vivico-Geschäftsführung an die schwierige Projektphase.

"Wie das Kolosseum in Rom"

Foto: ECE
Foto: ECE
"Das Skyline Plaza ist das zentrale Element im Europaviertel", sagte auch Prof. Jochem Jourdan, vom Architekturbüro Jourdan & Müller, der sogar einen ganz großen Vergleich nicht scheute: "Mit Ausmaßen von 300 mal 160 Metern und sieben Geschossflächen entsteht hier ein Gebäude wie das Kolosseum in Rom - ellipsenförmig in die Straßenachsen von Frankfurt eingebettet".

Konkrete Mieternamen für das Shoppingcenter, waren den ECE-Vertretern noch nicht zu entlocken. Die Zeit der großen Ankermieter in Shoppingcentern scheint jedoch vorbei: "Es wird bei den 180 Geschäften keinen Mieter geben, der das Center durch seine Größe dominiert", betonte ECE-Geschäftsführer Dr. Andreas Mattner. Die Frage eines Journalisten, ob Kaufhof oder Karstadt zu den künftigen Mietern gehöre, löste bei den Centerspezialisten nur ein Schmunzeln aus.

"Einen interessanten Mietermix mit neuen Konzepten, wie sie das von uns gewohnt sind", versprach ECE-Vizechef Dunstheimer nicht ohne darauf zu verweisen, dass die ECE einer der maßgeblichen Wegbereiter bei der Expansion von attraktiven Händlern in Deutschland sei - wie das Beispiel Hollister zeige.

"Beim ersten Spatenstich ist es noch zu früh, über Mieter zu sprechen. Sollte uns aber die Vollvermietung bis zur Eröffnung nicht gelingen, wäre dieses das erste von derzeit 132 ECE-Centern, das nicht vollständig vermietet wäre", sagte Andreas Mattner selbstbewusst.

Eine Kannibalisierung der ECE-Objekte im Raum Frankfurt befürchtet der Manager nicht. "Das Einzugsgebiet ist groß genug und jedes Center hat seine eigene Funktion", so der Centerexperte. Die Hamburger betreiben neben dem Main-Taunus-Zentrum vor den Toren der Bankenmetropole auch das Hessencenter, das Nordwestzentrum und das Isenburg-Zentrum in der Region.