Die meisten Mieter des neuen Frankfurter Shoppingcenters Skyline Plaza stehen fest. Mit etwas Glück feiert der Modefilialist Pull & Bear Deutschlandpremiere am Main. 

Rund 96 Prozent der Skyline Plaza sind vermietet, die Mietverträge der "sieben bis acht Läden" mit zusammen rund 1.000 Quadratmeter Fläche, die noch zu haben sind, sollen bis spätestens Mitte März unterschrieben sein: Der Endspurt für das prestigeträchtige Frankfurter Shoppingcenter zwischen Messe und Bahnhof ist also eingeläutet. Am 29. August 2013 soll die Mall erstmals ihre Tore öffnen, berichtete der Centerbetreiber ECE auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Die Skyline Plaza präsentiert im Prinzip auf zwei Verkaufsebenen – Erdgeschoss und erstes Obergeschoss – und einer Verkaufsfläche von 38.000 Quadratmetern rund 180 Fachgeschäfte, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe. "Im Prinzip" deshalb, weil es sogenannte Durchstecker gibt: Das Modehaus Peek & Cloppenburg mit 9.000 Quadratmetern und der Elektronikhändler Media Markt mit 6.000 Quadratmetern Verkaufsfläche erweitern ihre Läden in das zweite Obergeschoss, in dem eigentlich das Parkhaus ist.

Pull & Bear vielleicht mit Deutschlandpremiere

Doch nicht nur die altbekannten, in Frankfurt schon vertretenen Filialisten wie etwa die Modehändler Zara und H&M mieten sich in dem neuen Shoppingcenter ein. "Zahlreiche Shopkonzepte kommen ganz neu nach Frankfurt", freute sich ECE-Vermietungsmanager Sven Schwotzer. "Mit etwas Glück kommt das Inditex-Label Pull & Bear als erster Shop in Deutschland überhaupt hier hin." Die zu dem Zara-Mutterkonzern gehörige Modelinie für Jugendliche will auch einen Laden in Berlin eröffnen; der ECE-Manager hofft aber, dass Frankfurt bei der Eröffnung die Nase vorn haben wird.

Als weitere für die Stadt neue Konzepte nannte Schwotzer Mango Touch (Accessoires), strellson, Frooters (Frozen Yogurt, Säfte), die amerikanische Tex-Mex-Imbisskette Chipotle Mexican Grill, die damit ihr erstes Geschäft in Deutschland überhaupt eröffnet, den Hemden-und- Krawatten-Anbieter 7 Camicie sowie den Designobjekthändler Pylones und Colin’s Jeans.

Unter den Mietern ist sogar, Amazon zum Trotz, eine Buchhandlung: Die Tübinger Kette Osiander bezieht 700 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Gut jeder zehnte Mieter aus der Umgebung

Während rund 35 Prozent der Mieter internationale und 52 Prozent nationale Filialisten seien, bezifferte Schwotzer den Anteil der lokalen Betreiber auf 13 Prozent. "Geschäfte aus Frankfurt und der Region sind beispielsweise die asiatische Restaurantkette coa, Deko Römer, Tabakwaren Gutfreund oder der Schmuckhändler Konplott."

Vielen kleinen und mittelständischen Unternehmern aus der Umgebung, mit denen derhandel.de gesprochen hat, sind die Mieten freilich zu teuer und die Erfolgsaussichten einer Filiale im neuen Center zu vage.

Im November eröffnet im Plaza zudem der Hamburger Fitness- und Wellness-Anbieter MeridianSpa seine erste Dependance in Frankfurt. Das luxuriöse Spa mit Mitgliedsbeiträgen von knapp 100 Euro monatlich werde mit einer Fläche von rund 9.200 Quadratmetern inklusiver eigener Dachterrasse das flächenmäßig größte Fitness- und Wellness-Angebot Frankfurts anbieten.

Besucher aus aller Welt und nebenan

Centermanager Thorsten Kemp erwartet im Durchschnitt 20.000 Besucher am Tag. Dabei setzt er neben den internationalen Messegästen und Besuchern der Festhalle Frankfurt auch auf die Mitarbeiter in den umliegenden Bürohochhäusern auch auf die umliegende Wohnbevölkerung: Das Einkaufszentrum ist Teil des "Europaviertels", einem neuen Stadtviertel. Insgesamt sollen dort rund 30.000 Arbeitsplätze und Wohnraum für etwa 5.000 Einwohner entstehen.

"Deshalb freuen wir uns, dass mit Rewe ein Supermarkt und dm ein Drogeriemarkt im Skyline Plaza vertreten sind, um den Kurzfristbedarf zu decken", sagte Kemp. Neben dem Shopping-Center bauen die Joint Venture-Partner CA Immo und ECE zudem derzeit für die Messe Frankfurt ein Kongresszentrum mit einer Gesamtkapazität von 2.400 Personen, das 2014 fertig gestellt und dann auch noch Besucher in die Skyline Plaza bringen soll.

"Spaziergang durch Frankfurt"

Auch bei der Gesaltung des Gebäudes wollte die ECE Akzente setzen. "Das Innendesign orientiert sich an der Idee eines Spaziergangs durch Frankfurt", erläutertete Mark Gurney, Chef-Designer des Hamburger Projektentwicklers. "Auf der einen Seite wird durch die Gestaltung eher das urbane Leben betont, auf der anderen Seite das Thema Nachbarschaft und Wohngebiete."

Fotoanimation: ECE
Fotoanimation: ECE
Das zeige sich im Inneren neben den Zitaten an die Stadt wie stilisierte Hochhausfassaden, das Frankfurter "gerippte" Apfelweinglas oder dem Frankfurter Dom auch durch die Farbgestaltung: Richtung Stadt sind die Farben kühler, Richtung Wohnumfeld werden sie wärmer. "Im Zentrum entsteht ein großflächiger Platz mit Baumskulpturen und Holzelementen in Anlehnung an einen Naturpark", berichtete Gurney. Der Platz soll den mit 16 Anbietern und 450 Sitzplätzen "größten Foodcourt" Frankfurts beherbergen.

Dachgarten zur Erholung

An der Außenfassade sollen die von den Frankfurter Architekten Jourdan und Müller entwickelten Metall-Lamellen mit ihren wechselnden Farben das Gebäude für die Passanten lebendig erscheinen lassen. "Spektakulär wird der Dachgarten des Skyline Plaza", warb Vermietungs-Chef Schwotzer. "Vor der Kulisse der Frankfurter Skyline bietet er mit wechselnden Events auf rund 10.000 Quadratmetern einen ganzjährigen Anziehungspunkt." 

Innerhalb der grünen Erholungszonen beherberge der öffentlich zugängliche Dachgarten zudem ein Dachgartenrestaurant mit einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmeter und einen kleine Aussichtsplattform. Zu dem Pächter des Dachgarten-Restaurants konnte Schwotzer unterdessen noch keine Angaben machen, aber: "Der Mietvertrag steht kurz vor der Unterschrift."

Investitionsvolumen: 360 Millionen Euro

Derzeit realisieren die Partner ECE und CA Immo gemeinsam das Skyline Plaza in einem Joint-Venture. Mit Fertigstellung des Shopping-Centers Ende August übernimmt der Finanzkonzern Allianz dann 80 Prozent des Objektes. Die restlichen Anteile verbleiben zu je 10 Prozent bei der ECE und CA Immo. Das Investitionsvolumen für das Einkaufszentrum beträgt rund 360 Millionen Euro. Das langfristige Management des Centers, in dem etwa 1.200 Arbeitsplätze entstehen sollen, bleibt in den Händen der ECE.