Autohersteller lassen Frauen als Zielgruppe weitgehend außer Acht. Das ist unklug, zeigt eine Studie: Für die meisten Fahrerinnen hat das Auto einen großen Stellenwert.

Die Messen dieser Welt zeigen: Der Automarkt ist männlich. Die Kraftfahrzeughersteller setzen bei ihren neuen Modellen vor allem auf Größe und Pferdestärken und weniger auf Funktionalität. Allerdings lassen sie damit Frauen als relevante und große Zielgruppe außer Acht, hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest für das Kfz-Onlineportal mobile.de in einer Umfrage herausgefunden. Denn für 7 von 10 Frauen habe das Auto einen "sehr großen" Stellenwert.

Besonders der Neuwagenmarkt ist nach wie vor hart umkämpft: Mit Rabatten und Zusatzleistungen buhlen die Verkäufer um die Kunden - vor allem aber um die männlichen, schreibt mobile.de. Dabei verschenkten sie wesentliches Potenzial. Denn für 37 Prozent der befragten Frauen soll der nächste Wagen ein Neuwagen sein. Jede Vierte gab an, einen Jahreswagen kaufen zu wollen, und 32 Prozent aller Studienteilnehmerinnen sind auf der Suche nach anderen Gebrauchtwagen.

"Zwar sind mit 45 Prozent mehr Männer auf der Suche nach einem Neuwagen, aber das Potenzial bei den Neuwagenkundinnen ist nicht zu unterschätzen und sollte sowohl bei der Autoentwicklung als auch bei der direkten Werbeansprache berücksichtigt werden", rät Malte Krüger, Geschäftsführer der mobile international.

Frauen sind internetaffin

Die Autohersteller und Händler gewinnen demnach die Frauen nicht erst im Verkaufsgespräch, sondern müssen früher ansetzen: Fahrerinnen gehen intensiver als Männer online auf die Suche nach einem Neuwagen. Laut Studie recherchieren 82 Prozent der Frauen nach der Marke und dem Modell im Internet. 86 Prozent der befragten Frauen informieren sich online über Ausstattungsmerkmale und 91 Prozent vergleichen im Internet die Preise.

Bei der Autobesichtigung, Probefahrt und dem Vertragsabschluss bevorzugt sowohl jede zweite Frau als auch jeder zweite Mann dann aber den direkten und persönlichen Kontakt mit dem Händler vor Ort.

Neben Herstellern und Händlern sind auch die virtuelle Fahrzeug-Börsen gefragt: Drei Viertel der befragten Frauen suchen ihren Neuwagen bei entsprechenden Plattformen im Netz, bei den Männern sind es 70 Prozent.