Die Preiskämpfe der Discounter gefährdet die deutsche Produktion von Obst und Gemüse, warnt der Branchenverband. Die Erzeugerpreise müssten endlich wieder steigen, so die Forderung.

Die Anbieter von Obst und Gemüse hätten unter den zwölf Preissenkungsrunden 2009 mehr gelitten als andere Branchen, sagte Thomas Bittel, Vizepräsident im Deutschen Fruchthandelsverband auf der Fachmesse Fruit Logistica in Berlin. Da keine marktgerechten Preise erzielt würden, stünden eine Reihe der Erzeugerbetriebe kurz vor dem Aus. 

"Wenn der Preis für ein Bund Radieschen unter 20 Cent liegt, müsste eigentlich jedem sofort klar werden, dass damit noch nicht einmal die Produktionskosten gedeckt werden können", sagte Bittel. Die Erzeugerpreise müssten seiner Meinung nach je nach Produkt um fünf bis 15 Prozent steigen.

Leitmesse der Branche in Berlin

Zur Fruit Logistica (3.-5. Februar) mit 2.300 Ausstellern aus 71 Ländern werden wie im Vorjahr wieder rund 50.000 Fachbesucher erwartet.

Die 2.350 deutschen Fruchthandelsunternehmen erwirtschafteten nach Angaben des Berliner Messegeschäftsführers Christian Göke 2008 einen Umsatz von 19 Milliarden Euro. 2009 dürfte der Umsatz demnach bestenfalls stagniert haben.