Umsatz und Gewinn sind bei Hugo Boss zuletzt gesunken. Während die eigenen Läden erneut zweistellig zulegten, schwächelt die Marke im Großhandel deutlich.

Der lange Winter hat den Modekonzern Hugo Boss im ersten Quartal ausgebremst. Durch die kühle Witterung und zeitliche Verschiebungen in den Kollektionen sei das Geschäft zu Jahresbeginn nur langsam in Schwung gekommen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mit.

Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 593,5 Millionen Euro, der Gewinn fiel sogar um 14 Prozent auf 82,0 Millionen Euro. Doch Hugo Boss rechnet fest mit einem starken zweiten Halbjahr. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse deshalb im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen - wieder einmal dank des konzerneigenen Einzelhandels.

Keine Impulse vom Großhandel

Vor allem im wichtigen Vertrieb über den Großhandel liefen die Geschäfte von Januar bis März schwach. Der Umsatz in diesem Bereich sank um 14 Prozent auf 301,9 Millionen Euro.

Einen großen Anteil an dieser Entwicklung habe aber die Umstellung von zwei auf vier Kollektionen pro Jahr. Dadurch werde die wichtige Sommerkollektion anders als im vergangenen Jahr diesmal erst im zweiten Quartal ausgeliefert. Im Jahresverlauf werde sich dieser Effekt ausgleichen, sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs. Große Impulse erhofft er sich vom Großhandel dennoch nicht. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen dort lediglich mit Umsätzen auf Vorjahresniveau.

Prognose bestätigt

Ganz anders sind die Erwartungen bei den konzerneigenen Läden: Dort rechnet Lahrs mit einem zweistelligen Wachstum. Im ersten Quartal hatte der nach Unternehmensangaben besonders profitable eigene Einzelhandel um 14 Prozent zugelegt und trug mit 278,7 Millionen Euro schon 47 Prozent zum Konzernumsatz bei. Hugo Boss betreibt weltweit 876 eigene Läden. Vor allem in Osteuropa, Asien und Amerika sollen in den nächsten Monaten weitere hinzukommen.

Hugo Boss beschäftigt weltweit 11.800 Menschen - das sind vor allem durch den Ausbau des eigenen Einzelhandels acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Bis 2015 will der Modehersteller seinen Umsatz auf drei Milliarden Euro und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 750 Millionen Euro steigern. Dieses Ziel sei weiterhin in greifbarer Nähe, betonte der Vorstandschef.