Der niedersächsische Handelsverband LVMG fordert, Ladendieben den Führerschein zu entziehen. Geldstrafen zeigen nach Auffassung der Händler kaum Wirkung.

Ein Entzug des Führerscheins als Strafe bei Ladendieben, die als Ersttäter auffallen, ist nach einer Meldung des Handelsverbands LVMG Niedersachsen (Landesverband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels in Niedersachsen) ein geeignetes Mittel, um abschreckend zu wirken.

Damit unterstützt der Verband den Vorstoß des Niedersächsischen Justizministers Bernd Busemann (CDU), den Führerscheinentzug als Strafe auch  bei anderen als bei Verkehrsdelikten in das Strafgesetzbuch aufzunehmen.

Geldstrafen zeigen wenig Wirkung

Dem deutschen Einzelhandel ist nach der letzten Erhebung des Europäischen Handelsinstituts (EHI) im Jahr 2008 ein Warenverlust in Höhe von 2 Milliarden Euro durch Ladendiebstähle entstanden. "Bei Ersttätern reagiert die Justiz in der Regel zu nachsichtig, um wirksam abzuschrecken", erklärt Mathias Busch, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands.

Eine Haftstrafe komme in Regelfall erst bei mehrfach aufgefallenen Wiederholungstätern in Betracht. Vorher verhängte Geldstrafen zeigten wenig Wirkung, da sich deren Höhe am Einkommen der Täter orientiere, welches insbesondere in der Drogenszene empfindliche Strafen nicht zulässt, so der Verband.

Ladendiebstahl sei zudem das Delikt mit der höchsten Dunkelziffer. "Wer ein geringes Risiko eingeht, erwischt zu werden, riskiert auch schon mal eine Geldstrafe - das lohnt sich immer noch!" beschreibt der Verbandschef die Wirkungslosigkeit von Geldstrafen. Ein Entzug des Führerscheins bewirke da schon sehr viel mehr. Busch: "Wer den 'Lappen' abgibt, hat danach genug Ruhe, um als Fußgänger oder Straßenbahnnutzer über seine Tat nachzudenken!"