Fünf Investoren haben laut Insolvenzverwalter konkretes Interesse an der Übernahme der insolventen Drogeriekette Schlecker. Über den Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter wird weiter verhandelt.

Für die Reste der insolventen Drogeriekette Schlecker liegen fünf Bewerbungen von potenziellen Investoren vor. Dabei handele es sich um "ernst zu nehmende" Interessenten, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte zuvor berichtet, das Beratungs- und Investmenthaus Droege International Group habe ein schriftliches Gebot für Schlecker abgegeben. Eine entsprechende Nachfrage in der Düsseldorfer Droege-Zentrale wurde der Zeitung bestätigt, ohne dass weitere Einzelheiten genannt wurden.

Der Insolvenzverwalter selbst will sich weder zu den Namen der Interessenten noch zu den aufgerufenen Kaufsummen äußern. Ziel ist es nach früheren Angaben, "den Prozess bis Pfingsten zu konkreten Ergebnissen zu bringen". Dabei ist Geiwitz allerdings auf die Zustimmung der Gläubiger angewiesen.

Unter den Investoren könnten die beiden Kinder des gescheiterten Firmen-Gründers Anton Schlecker, Meike und Lars Schlecker, sein - Medienberichten zufolge überlegen sie, das Unternehmen mit Hilfe eines Investors selbst zurückzukaufen.

Mitarbeiter werden zur Kasse gebeten

Geiwitz verlangt unterdessen von den verbliebenen 13.500 Beschäftigten einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens. Nach bisherigen Informationen will er für einen befristeten Zeitraum einen Verzicht zum Beispiel auf Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld aushandeln.

Die erste Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft Verdi und Betriebsräten endete am Mittwoch in Kassel ohne Ergebnis. "Wir erwarten, im April zu einer Lösung zu kommen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke. Weitere Verhandlungsrunden sind in den kommenden Wochen geplant.

Bei dem Treffen in Kassel seien unter anderem das Schlecker-Fortführungskonzept, die Kostenlage und Umsatzentwicklung erörtert worden. "Wir müssen das jetzt erstmal bewerten und uns positionieren", sagte der Handelsexperte im Landesverband Baden-Württemberg.

Der Insolvenzverwalter habe auch dargestellt, welchen Sanierungsbeitrag er etwa von Lieferanten und Vermietern erwarte. Zahlen wollte Franke aber nicht nennen.

Ziel: sichere Arbeitsplätze

Verdi will Garantien durchsetzen, dass für den betreffenden Zeitraum betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Die Gewerkschaft schlägt auch eine Umwandlung der Mitarbeiter-Ansprüche in eine Kapitalbeteiligung am Unternehmen vor.

Die Vorsitzende des Schlecker-Gesamtbetriebsrats, Christel Hoffmann, will vor allem, dass am Ende der Verhandlungen sichere Arbeitsplätze und eine gerechte Bezahlung herauskommen. Details zu einem möglichen Sanierungsbeitrag wollte sie jedoch nicht nennen.

Hier fasst derhandel.de die Ereignisse bei Schlecker seit dem Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit zusammen.