Die Arcandor-Holding wird aller Voraussicht nach liquidiert - damit würde Vorstandschef Eick seinen Posten verlieren. Doch um die Zukunft müssen er und weitere Vorstände nicht bangen.

Neben Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick können noch weitere Vorstandsmitglieder des insolventen Essener Konzerns bei einem möglichen Abgang auf eine großzügige finanzielle Absicherung durch die Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim hoffen. Einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt" bestätigten Sprecher der Bank und des Unternehmens.

Der Konzernchef könnte Spekulationen zur Folge das Unternehmen bereits in der kommenden Woche verlassen, wenn voraussichtlich am Dienstag (1. September) die Insolvenzverfahren für die wichtigsten Gesellschaften eröffnet werden.

"Eick spielt in einem Zerschlagungsszenario keine Rolle mehr", sagte Marc Tüngler von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der "Frankfurter Rundschau".

Fallschirm mit bis zu 15 Millionen Euro

Eick hatte erst vor rund einem halben Jahr den Arcandor-Chefposten von Thomas Middelhoff übernommen. Er soll nach seinem über fünf Jahre laufenden Vertrag eine Maximalsumme von bis zu 15 Millionen Euro erhalten. Neben einer Summe von zwei Millionen Euro pro Jahr wurden ihm dabei mögliche Boni von einer Million Euro pro Jahr zugesagt. Derzeit sei die Bezahlung jedoch gestoppt, hieß es.

Auch die von Eick zu Arcandor geholten Vorstandsmitglieder Arnold Matschull und Zvezdana Seeger hätten Zusagen für eine zumindest teilweise Absicherung, bestätigte ein Sprecher der Bank. Zur Höhe der Zusagen machte er keine Angaben.

"Man kann Karstadt rentabel betreiben"

Eick glaubt nach wie vor, dass Karstadt als eigenständiges Unternehmen erhalten werden kann. "Man kann Karstadt rentabel betreiben, davon bin ich zutiefst überzeugt", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dazu sei notwendig, sich von unrentablen Häusern zu trennen und "weitere Einsparpotentiale" zu heben.

Diese Aussagen hat offenbar den Aktienkurs von Arcandor beflügelt. Der Wert des Papiers stieg heute an der Frankfurter Börse auf 0,25 Euro - das ist eine Verbesserung um rund 16 Prozent.