Die frisch geliftete Pkw-Variante des Fiat Doblo eignet sich als preiswertes und praktisches Gefährt auch über den Feierabend hinaus.

Mit dem soeben erst überarbeiteten Doblo Cargo mischt Fiat im Reigen der Stadtlieferwagen munter mit. Der in zwei unterschiedlichen Radständen und mit Hochdach verfügbare Kastenwagen gilt als preiswert und praktisch – ist aber ausschließlich im Arbeitsalltag sinnvoll einsetzbar.

Gewerbetreibende, die ihr Gefährt auch nach Feierabend für Familie und Freizeit nutzen wollen, könnten mit der „zivilen“ Variante des Doblo glücklich werden. Die eignet sich unter der Woche mit einem Laderaumvolumen von 790 bis 3.200 Liter und einer maximalen Ladelänge von 2,50 Meter als Lastenesel fürs Geschäft und mit dem „Family“-Paket (650 Euro) am Wochenende als siebensitziger Personentransporter. 30 unterschiedliche Innenraumkonfigurationen verspricht der Hersteller – und 23 Ablagen.

Preise ab 17.600 Euro

Und gemessen am immensen Platzangebot bleibt auch die Pkw-Version günstig: Das Angebot beginnt bei 17.600 Euro für den 1,4 Liter-Benziner (70 kW/95 PS) in der Ausstattungsstufe „Pop“, die aber laut Fiat-Marketing kaum ein Kunde ordert. Der besser ausstaffierte „Lounge“ startet bei 20.050 Euro.

Wem der Stauraum noch nicht reicht, der kann gegen 1.000 Euro Aufschlag die 4,76 Meter-Variante mit langem Radstand wählen und dann bis zu vier Kubikmeter laden. In der Version für fünf Personen können die Sitze der zweiten Reihe zusammengefaltet und Platz sparend hochkant gestellt werden. Das funktioniert mühelos. Mehr Kraftaufwand ist beim Schließen der mächtigen Heckklappe erforderlich.

Elektronischer Lotse streikt gelegentlich

Foto: Fiat
Foto: Fiat
Die jüngsten Modellpflegemaßnahmen für die Baureihe kommen der Pkw-Variante besonders zugute. Das neue Armaturenbrett wirkt deutlich wertiger und beherbergt auf Wunsch einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit Navigationsfunktion (950 Euro). Allerdings verirrte sich der elektronische Lotse im Testfahrzeug häufiger Mal mit dem wenig hilfreichen Hinweis „Auf geeignetes Signal warten“. Erst mit einem Motorneustart nahm der Pfadfinder dann seine Arbeit wieder auf.

Insgesamt ist der im türkischen Bursa gefertigte Doblo aufgrund von Verbesserungsmaßnahmen an Getriebe und Kupplung im Innenraum auf jeden Fall deutlich leiser geworden. Mit Abroll- und bauartbedingt vernehmbaren Windgeräuschen kann der 4,41 Meter lange Wagen seine Herkunft aus der Nutzfahrzeugsparte allerdings nie ganz verleugnen.

Zunächst nur zwei Diesel im Angebot

Zwei Dieselmotoren mit 66 kW/90 PS (ab 20.550 Euro) und 88 kW/120 PS stehen derzeit zur Wahl, wobei die stärkere Variante (23.900 Euro) bei häufiger Ausnutzung der vollen Ladekapazität zu empfehlen ist. Der Aufpreis beträgt moderate 900 Euro. Wer noch mehr Leistung benötigt, muss sich erst einmal in Geduld üben. Der 2,0-Liter-Selbstzünder mit 99 kW/135 PS wurde kurzfristig aus dem Programm genommen, weil er die ab 1. September gültige Euro-6-Norm nicht erfüllt. „Wir werden in dieser Leistungsklasse sicher recht schnell wieder ein Angebot machen“, kündigt Tim Schüler aus der Fiat-Kommunikationsabteilung auf Nachfrage an, ohne allerdings einen konkreten Termin nennen zu können.

Bereits in der Preisliste steht die zunächst eigentlich erst für das Jahresende angekündigte „Trekking“-Variante. Für weitere 1.000 Euro Aufpreis verfügt der Doblo dann unter anderem über geländegängige Optik, Unterbodenschutz und leicht erhöhte Bodenfreiheit.

Bernd Nusser