Der Haupteigentümer der Warenhauskette hat die Gespräche über die Zukunft des insolventen Unternehmens für gescheitert erklärt. Der vorläufige Insolvenzverwalter bleibt aber optimistisch.

Dem vorläufigen Insolvenzverwalter Biner Bähr sei es nicht gelungen, einen Investor für Hertie zu finden. "Daher haben die Eigentümergesellschaften nunmehr festzustellen, dass keine Basis für konkrete Vertragsabschlüsse besteht", hieß es in einer Erklärung des niederländischen Hertie-Hauptbesitzers Mercatoria Acquisitions BV (MABV) vom Freitag, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt. Bei den Gesprächen war es um 58 Immobilien gegangen, die MABV besitzt und an Hertie verpachtet.

Bähr rechnet bis März mit einer Entscheidung

Bähr ist allerdings weniger pessimistisch. Das Scheitern der Rettung wollte der vorläufige Insolvenzverwalter nicht bestätigen. Es habe bereits seit mehreren Tagen keine Gespräche mit Mercatoria mehr gegeben, sagte er. An einem Treffen am Freitag in London habe auch kein Vertreter des Unternehmens teilgenommen.

"Wenn es gelingt, die Mieten für die Warenhäuser auf ein marktübliches Niveau zu senken, bin ich mir sicher, dass einer der Interessenten auch anbeißt", sagte Bähr  am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, dpa. Derzeit sei er im Gespräch mit mehreren möglichen Investoren. Falls die Senkung der Mieten nicht gelinge, sei der Fortbestand des Unternehmens weiter in Gefahr. Bis Anfang März rechne er mit einer Entscheidung, sagte Bähr.

Landesbürgschaft möglich

Am kommenden Mittwoch sei ein Gespräch mit einem der Interessenten beim Land Nordrhein-Westfalen über eine mögliche Übernahme einer Bürgschaft vorgesehen. Einen Namen wollte Bähr jedoch nicht nennen.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium bestätigte am Freitag in Düsseldorf lediglich Gespräche mit dem Insolvenzverwalter - ohne Einzelheiten zu nennen. Dabei gehe es um die Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze bei dem angeschlagenen Unternehmen, hieß es.

Keine weiteren Termine

MABV will nach eigenen Angaben nun selbst neue Investoren für die Hertie-Standorte suchen. "Wir haben eine Vielzahl von Anfragen zahlungskräftiger und zahlungswilliger Mieter und Käufer für die Standorte", teilte das Unternehmen mit. Allerdings wäre es MABV lieber gewesen, die Mietverhältnisse mit einem Investoren fortzusetzen, der Hertie samt Belegschaft übernommen hätte.

Weitere Termine für Verhandlungen mit Bähr seien nicht vereinbart worden, er habe die letzte Chance auf Fortführung der insolventen Warenhauskette vertan, sagte ein MABV-Sprecher in London.

Zukunft ungewiss

Der vorläufige Insolvenzverwalter hatte bei einem letzten Treffen allerdings einen Schweizer Investoren zum Kauf der Warenhauskette ins Gespräch gebracht. Der Investor wolle jedoch nur einsteigen, wenn die Einnahmen in den Läden um zehn Prozent steigen und er Unterstützung aus Steuermitteln bekomme.

Damit ist die Zukunft der insgesamt 3.400 Hertie-Mitarbeiter weiter ungewiss. Für 19 Filialen der 73 Filialen gibt es definitiv keine Zukunft. Die ersten vier Häuser aus diesem Kreis wurden bereits vergangene Woche geschlossen.