Auch die 3.000 Schlecker-Mitarbeiter in Österreich bangen um ihre Jobs. Insolvenzverwalter Geiwitz sucht einen Käufer für die Kette - und gibt sich dafür nicht mehr viel Zeit.

Für eine möglichst zügige Abwicklung der Drogeriemarktkette Schlecker setzt die Insolvenzverwaltung alle Hebel in Bewegung. Einen neuen aussichtsreichen Übernahmekandidaten gibt es für die ebenfalls insolvente Tochter IhrPlatz.

"Ich kann bestätigen, dass ich mit einem Übernahmeinteressenten für IhrPlatz in engen Verhandlungen stehe und hoffe, diese bald erfolgreich abschließen zu können", sagte IhrPlatz-Verwalter Werner Schneider der Nachrichtenagentur dpa in Neu-Ulm.

Er bestätigte damit einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" vom Mittwoch, wonach die 490 Filialen kurz vor der Rettung stehen. Das könne bis Ende Juni der Fall sein.

Derweil ist der Waren-Ausverkauf in den bundesweit rund 2.800 Schlecker-Filialen bereits in der dritten Woche, in den meisten Regalen herrscht bereits gähnende Leere. Der große Run sei vorbei, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Mittwoch der dpa. Vielerorts sind die Läden nahezu leergekauft. "Mittlerweile gibt es nicht mehr viel Ware."

Eine Frist für die Österreich-Tochter

Zu Wochenbeginn hatte die Insolvenzverwaltung die Rabatte auf bis zu 70 Prozent erhöht. Ende Juni sollen die Märkte schließen, womit dann mindestens 13.200 Beschäftigte ihren Job verlieren.

Nägel mit Köpfen möchte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bei der Auslandsgesellschaft in Österreich machen. Für den geplanten Verkauf des Geschäfts hat er eine Frist gesetzt. Die Situation in Österreich sei angespannt und Geiwitz könne nicht ewig auf eine Investorenlösung warten, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Mittwoch dpa.

Derzeit liefen noch Gespräche mit mehreren Interessenten. "Ich werde sicher nicht bis im August warten", kündigte Geiwitz im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" an. "Die Situation ist bedrohlich, man muss ja nur in die Läden gucken."

Geld von Geiwitz

In Österreich war die Kreditversicherung aufgekündigt worden, und Geiwitz habe der Auslandsgesellschaft bisher rund 27 Millionen Euro in Form von Waren und Bargeld geborgt. Eine sogenannte Stand-alone-Lösung habe keine Chance, weil Schlecker-Österreich zu sehr vom Mutterkonzern abhängig sei, sagte Geiwitz. Das betrifft vor allem die Warenlieferung.

Der Insolvenzverwalter setzt auf klassische Warenhändler: "Entweder es gibt einen Systempartner, der die Läden sinnvoll relativ schnell bestücken kann oder, wenn wir keinen finden, dann droht im schlimmsten Fall auch in Österreich die Insolvenz." In der Alpenrepublik hat Schlecker rund 930 Filialen, nun bangen auch die 3.000 Mitarbeiter.

Aussichtsreicher sei die Lage für Schlecker in Spanien, wie der Sprecher der Insolvenzverwaltung sagte: "Gerüchte über Probleme sind gänzlich falsch. Wir sind sehr optimistisch, dass es für Spanien eine tragfähige Zukunftslösung geben wird." Schlecht sieht es hingegen weiter für die 342 Schlecker-XL-Märkte aus, ihnen droht auch das Aus.