Der Streik als Ritual: Abermals legen Amazon-Beschäftigte die Arbeit nieder. Die Forderungen sind die gewohnten.

Beschäftigte des Online-Versandhändlers Amazon sind am Donnerstagmorgen in Leipzig und im hessischen Bad Hersfeld in den Ausstand getreten. Mit der Frühschicht begann die ganztägige Aktion, zu der die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte.

"Die Zeit des Fastens ist vorbei. Die Beschäftigten bei Amazon erwarten zu Recht den verbindlichen tarifvertraglichen Schutz ihrer Löhne und Arbeitsbedingungen. Das ist keine Forderung, die von außen an das Unternehmen herangetragen wird, sondern die klare Erwartung einer großen Zahl von Beschäftigten und der Verdi-Mitglieder bei Amazon“, betonte die Verdi-Streikleiterin in Bad Hersfeld, Mechthild Middeke.

Der Streit zwischen den beiden Kontrahenten ist festgefahren.
Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen orientiert sich dagegen nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. Die Auseinandersetzung läuft bereits seit Monaten - ohne erkennbaren Fortschritt. Bereits Ende März hatte Verdi in Leipzig zum Ausstand aufgerufen und auch das Weihnachtsgeschäft bei beiden Amazon-Standorten bestreikt.