Skodas Flottenbestseller Octavia Combi meistert in der allradgetriebenen "Scout"-Variante auch grobere Diensteinsätze.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Zum Jahresende will Skoda nach dem Yeti sein zweites SUV-Modell präsentieren. Der tschechische Geländewagen basiert auf dem neuen VW Tiguan, soll seinen Organspender aber in der Länge überragen und bis zu sieben Personen Platz bieten. Die soeben auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellte Studie „Vision S“ gab einen sehr konkreten Ausblick auf den Kodiak, der allerdings erst Anfang 2017 in die Verkaufsräume rollen wird.

Für Dienstwagenfahrer, die nicht so lange warten wollen, oder aufgrund der Firmenwagenrichtlinien in ihrem Unternehmen gar keinen SUV nutzen dürfen, hält Skoda ein „Trostpflaster“ in Form der „Scout“-Modelle bereit. So wird neben dem Superb und dem Fabia auch aus dem Fuhrparkliebling Octavia Combi, der nach der Auswertung der Frankfurter Marktforscher von Dataforce im vergangenen Jahr in der relevanten Flotte um 19,4 Prozent auf etwas mehr als 27.000 Zulassungen zulegte, ein Gefährt für das kleine Abenteuer im Arbeitsalltag.

Plastikplanken und Unterbodenschutz

Mit serienmäßigem Allradantrieb, zusätzlicher Plastikbeplankung, Unterbodenschutz gegen Steinschlag, drei Zentimetern mehr Bodenfreiheit und erhöhtem Böschungswinkel (vorn 16,7, hinten 13,8 Grad) ist der traditionell fassungskräftige Kombi (bis zu 1.740 Liter Stauraum) auch tatsächlich für den Kundenbesuch auf Bauernhöfen und Bergalmen gerüstet.

Der permanent zur Verfügung stehende 4x4-Vortrieb sorgt selbsttätig für die jeweils beste Traktion – für den Fahrer bleibt die elektronische Regelung zwischen Vorder- und Hinterachse dabei gänzlich im Verborgenen, nach dem Motto: Hauptsache, es geht voran. Dank des Allradantriebs steigt auch die Anhängelast (Anhängerkupplung 690 Euro Aufpreis) auf beachtliche zwei Tonnen.

Bessere Bodenhaftung muss an der Tankstelle bezahlt werden

Das Plus an Bodenhaftung muss allerdings an der Tankstelle erkauft werden. Der angegebene Normwert von 4,8 Litern wird nämlich schon bei „Sparfahrt“ um mindesten einen Liter überboten. Im Praxisbetrieb wird ein weiterer Liter fällig und bei Ausnutzung des Sprintvermögens lässt sich die Mixangabe nach dem längst nicht mehr zeitgemäßen  Verbrauchszyklus NEFZ nahezu verdoppeln. Fuhrparkmanager sollten also genau überlegen, ob das Allradkonzept im Alltag wirklich erforderlich ist.  Wer den kernig ausschauenden Wagen allein aus optischen Gründen ordert, produziert unnötige Zusatzkosten für das Unternehmen.

Und Vielfahrer müssen, zumindest beim Scout mit 110 kW/150 PS auch auf die eigentlich obligatorische Automatik verzichten. Das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gibt es nur in Verbindung mit dem stärkeren der beiden angebotenen Diesel mit 135 kW/184 PS. In dieser Kombination steigt der für die Besteuerung des geldwerten Vorteils entscheidende Listenpreis um 2.400 auf 32.650 Euro. Größter Posten unter den empfehlenswerten Sonderausstattungen ist das Navigationssystem ("Amundsen" ab 1.470, "Columbus" ab 2.450 Euro).

Sechster Platz im Flottenranking

Ansonsten verfügt die Scout-Variante auch über die zahlreichen praktischen Alltagshelferlein, die den Octavia Combi zu einem der gefragtesten Modelle im Flottenmarkt gemacht haben. 2015 lag der Bestseller der Marke, laut Dataforce-Analyse, hinter VW Passat, VW Golf, Audi A 6 und A 4 sowie der C-Klasse von Mercedes-Benz auf Rang 6 – und damit deutlich vor den Angeboten weiterer namhafter deutscher Hersteller wie BMW, Ford oder Opel.

Bernd Nusser