Zufriedene Hersteller, zufriedene Händler. Die Internationale Funkausstellung in Berlin hat für beste Stimmung in der Elektronikbranche gesorgt. Das Ordervolumen das Handels war deutlich größer als 2009.

Die Internationale Funkausstellung (IFA) hat zum Abschluss erneut einen Rekord verbucht. Zur 50. Ausgabe der Messe bestellten die Händler Fernseher, Kameras und Hausgeräte im Wert von 3,5 Milliarden Euro, neun Prozent mehr als im Vorjahr.

"Für Handel und Industrie ist dies ein außerordentlich starkes Signal für die kommenden Monate", sagte Hans-Joachim Kamp, Vizepräsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zum IFA-Abschluss am Mittwoch.

Die flächenmäßig weltgrößte Elektronikmesse lockte nach Angaben der Veranstalter an den sechs Öffnungstagen 235.000 Besucher an, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Darunter waren 125.000 Fachbesucher (plus 8 Prozent).

Trends: Hybrid-TV und 3D-Fernseher

"Die erfreulichen Zuwächse in allen Bereichen haben unsere Erwartungen übertroffen", sagte Rainer Hecker, Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) als Veranstalter.

1.423 Aussteller zeigten in den Hallen am Berliner Funkturm ihre Produkte der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, auch Hausgeräte waren zu sehen. Bei Fernsehern, dem Zugpferd der Branche, dominierten hochauflösende flache Bildschirme, Geräte mit dreidimensionaler Bildwiedergabe (3D-TV) und Modelle, die Fernsehen und Internet verknüpfen (HbbTV).

Die für 3D notwendige Brille bestimmte das Bild der Messe. Hausgerätehersteller profilierten sich mit strom- und wassersparenden Geräten und ihrer Vernetzung.

In einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa zeigten sich große Aussteller zufrieden mit der Messe. "Für uns war es super", sagte Samsung-Sprecherin Katja Meincke. "Es ist für uns die größte Ordermesse in Deutschland und wir sind noch besser rausgegangen als im Vorjahr."

Erwartungen der Aussteller übertroffen

Ähnlich war die Bilanz bei Philips. Sprecherin Anja Schlumberger zeigte sich auch begeistert über den Besuch. "Die Hallen waren brechend voll." Auch Sony verzeichnete überdurchschnittliche Geschäfte. "Die IFA hat unsere Erwartungen in jeglicher Hinsicht erfüllt."

Auch die Hausgeräte-Hersteller, die zum dritten Mal auf der IFA dabei waren, sind zufrieden. "Die Stimmung ist allgemein sehr gut", sagte Siemens-Sprecherin Nina Grünert-Witt. "Aus Vertriebssicht war es eine extrem erfolgreiche Messe." Das Publikum habe besonders die Kochvorführungen genossen.

Miele-Sprecherin Reinhild Portmann sagte: "Was die Besucherzahlen und die Aufträge angeht, war es besser als im Vorjahr." Mit selbstdosierenden Waschmaschinen und Hausgeräten, die automatisch in Betrieb gehen, wenn der Strom am billigsten ist, habe Miele viele Besucher an den Stand gelockt.

Die GfK sieht den europäischen Markt für Unterhaltungselektronik im Aufwind. Im ersten Halbjahr verzeichneten die Marktforscher ein Umsatzplus von 4,6 Prozent. Auch für das Gesamtjahr rechnen sie mit einem Zuwachs. Deutschland zähle zu den Wachstumsmotoren.

Zufriedene Verbundgruppen

Der Elektronik-Einkaufsverbund Euronics bewertete zum Abschluss der IFA 3D-TV, Medienvernetzung und Mobilität als zentrale Zukunftsthemen für den Fachhandel. Großes Interesse habe es auch für 3D-Camcorder gegeben, teilte die Einkaufsgenossenschaft mit, die Nummer zwei hinter den zur Metro-Gruppe gehörenden MediaMarkt und Saturn.

Auch am Messestand von Expert waren 3D-Fernsehen und vernetzte Welten die wichtigen Themen, teilt die Kooperation aus Hannover mit. Insgesamt zieht Expert eine postitive IFA-Bilanz. "Die Messe hat die positiven Erwartungen nochmals deutlich übertroffen", sagte Vorstandsvorsitzender Volker Müller.

Die Frequenz der Endverbraucher und der Fachbesucher sei hervorragend gewesen. Die technischen Innovationen innerhalb der Braunen Ware, als auch die technische Weiterentwicklung im Segment Weiße Ware zum Thema Energiesparen "lassen uns mit großem Optimismus in das Jahresendgeschäft gehen", betonte Müller.