Die geplante Fusion der Handelsverbände HDE und BAG kommt nicht zustande. Hauptgrund ist die Insolvenz vom BAG-Mitglied Arcandor. Zudem haben einige Unternehmen den Verband verlassen.

HDE und BAG wollten Ende 2009 zum „Handelsverband Deutschland" verschmelzen. Doch nichts geht mehr zusammen: Die Fusion des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) mit dem konkurrierenden Handelsverband BAG kommt nicht zustande.

Die Onlineausgabe der Lebensmittel Zeitung meldet heute, dass BAG-Präsident Helmut Merkel am Montag HDE-Chef Josef Sanktjohanser per Brief mitgeteilt habe, dass der Fusionsprozess "faktisch zu Ende ist". Dabei hatten die BAG-Mitglieder auf dem Verbandstag am 18. Juni noch einstimmig für den Zusammenschluss votiert.

"Substantielle Mitgliedsbeiträge fehlen"

Doch seitdem sind Schwergewichte und Beitragszahler wie Cloppenburg, Katag und Douglas aus der BAG ausgetreten, um dem HDE zu entgehen. Der größte Verlust ist aber Karstadt. Das Warenhaus will ebenfalls den Verband verlassen, "dadurch fehlen uns im kommenden Jahr substantielle Mitgliedsbeiträge", klagt Merkel. Der BAG-Chef hat seinen Sitz im HDE-Vorstand mit sofortiger Wirkung zur Verfügung gestellt.

Der Handel hatte bereits Mitte Mai berichtet, dass die Probleme im Karstadt-Mutterkonzern Arcandor den Fusionsprozess gefährden würden. Arcandor ist mit geschätzten 1,5 Millionen Euro der größte Beitragszahler in der BAG. Der Konzern wurde damals aufgefordert, eine Garantie über die Zahlungen der Mitgliedsbeiträge für 2010 abzugeben.

Finanzielles Risiko für den HDE

Angesichts des sehr wahrscheinlichen Wegfalls dieser Einnahmen hat es auch zuletzt beim HDE Stimmen gegeben, die gegen eine Fusion mit dem BAG waren, berichtet die Lebensmittel Zeitung. Schließlich würde der HDE das Risiko der Pensionsverpflichtungen (etwa 2,5 Millionen Euro) übernehmen. Allerdings sei dieser Betrag durch Vermögenswerte in Höhe von vier Millionen Euro abgesichert.