Die Videospiel-Messe zieht 2009 nach Köln. Die Messe Leipzig will das nicht - und plant, die „Games Convention” alleine durchzuziehen.

Während der Umsatz der Computerspiel-Branche wieder mal neue Rekordmarken erreicht hat, hat die Games Convention als größte und wichtigste Spielmesse in Deutschland ihr Finale in Leipzig gefeiert: Im kommenden Jahr zieht die „GamesCon" nach Köln, verkündete der „ideelle Träger" der Messe, der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, vor geraumer Zeit.

Doch stopp: So einfach macht es die Leipziger Messe GmbH den Abtrünnigen aus der Industrie nicht. Denn der Name „Games Convention" gehört Leipzig - und die Stadt will auch 2009 eine Videospielmesse ausrichten: „Willkommen auf Europas bedeutendstem Games-Event, zu dem Branchentreffpunkt Nr. 1 und zum Trendbarometer für Ihr erfolgreiches Business im Jahr 2009 in Leipzig!" heißt es aktuell auf der Website der Games Convention http://www.gc-germany.com/. „Gleich vormerken - Leipzig: 19. - 23. August 2009."

Leipzig hält beim Wachstum nicht Schritt

Damit greift die Messe die Veranstalter aus der Industrie direkt an. Denn die Leipziger Games Convention soll nur drei Wochen vor der in Köln geplanten „GamesCon" stattfinden.

Leipzig soll den Kampf um die beliebte Publikumsmesse verloren haben, weil es zu wenige hochwertige Unterkünfte für Besucher gebe und die Infrastruktur zu schlecht sei.

Auch kam das Messegelände in den vergangenen Jahren an den Rand seiner Kapazitäten, ein weiteres Wachstum ist für viele nur schwer denkbar. In diesem Jahr feierte die Games Convention in Leipzig mit mehr als 200.000 Besuchern einen Rekord. Ein Erfolg, der zugleich ein Problem darstellt: Die Industrie wächst und wächst - und will das natürlich auch zeigen.

Nintendo schon dieses Jahr nicht in Leipzig

Nintendo hatte die diesjährige Messe in Leipzig bereits abgesagt und „eigene Konzepte" als Grund dafür angegeben. Im Nachhinein werden Stimmen laut, die die Nintendo-Absage als das erste Signal für das Ende von Leipzig werten.

Klar ist in Branchenkreisen, dass Deutschland keine zwei Spielmessen braucht. Beide Messen können nicht zu internationalen Leitmessen werden, sie würden sie sich gegenseitig schwächen. Zudem wären zwei Messeauftritte vielen Ausstellern zu teuer.