Nach der Abwrackprämie wollen die Deutschen sich nun lieber einen Gebrauchtwagen anschaffen. Italiener, Spanier und Russen favorisieren hingegen neue Autos.

Nachdem in einigen Ländern Verschrottungs- oder Umweltprämien weitgehend ausgelaufen sind, präsentiert sich der Automarkt in Europa sehr unterschiedlich: Während die Konsumenten in Deutschland, Österreich und Polen sowie Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden einen Gebrauchtwagen favorisieren, ist in Italien, Spanien und Russland der Wunsch nach einem neuen PKW größer. Das zeigt die aktuelle Studie "GfK-Trendsensor Konsum 2010."

Nach dem Ende der "Abwrackprämien" können demnach deutliche Unterschiede in den einzelnen Ländern festgestellt werden: In Italien wollen 12 Prozent der Verbraucher sich in den kommenden zwei Jahren einen Neuwagen kaufen, aber nur 4 Prozent einen Gebrauchtwagen. Auch in Spanien und Russland plane die Mehrheit der Kaufwilligen die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs.

Dagegen werden in Frankreich (20 Prozent), Großbritannien (19 Prozent), den Niederlanden (13 Prozent), Deutschland (11 Prozent) und in Polen (9 Prozent) Gebrauchtwagen klar bevorzugt. Nur die Österreicher favorisieren demnach Gebraucht- und Neuwagen zu annähernd gleichen Teilen. 

Verschiedene Antriebsvorlieben

Auch die verschiedenen Antriebe haben die Konsumforscher abgefragt. Demnach ziehen Verbraucher in Österreich (7 Prozent), Frankreich (6 Prozent) und in Spanien (5 Prozent) neues Fahrzeug mit Dieselmotor in Betracht.

In Russland und in Großbritannien würden sich jeweils 6 Prozent für einen neuen PKW mit Benzinmotor entscheiden. Mit jeweils 4 Prozent sind die Antriebsarten Benzin, Diesel und Erdgas in Italien bei der Neuanschaffung eines Autos gleich stark vertreten.

Alternative Antriebe wie Hybrid oder Elektro kommen nur in Frankreich und in den Niederlanden auf mehr als 1 Prozent bei der Kaufplanung.  "In Deutschland hatte die Abwrackprämie zu einer starken Zunahme bei den Kleinwagen mit Benzinmotoren geführt. Jetzt wird der Dieselmotor wieder aufholen", ist Raimund Wildner, Geschäftsführer des "GfK Vereins", überzeugt.

Männer planen Autokauf

In den neun untersuchten Ländern sind es darüber hinaus besonders Männer, die jünger als 40 Jahre sind, die innerhalb der kommenden zwei Jahre einen Neu- oder Gebrauchtwagenkauf planen.

Die jüngeren männlichen Briten (16 Prozent), Spanier und Italiener (14 Prozent), Russen (13 Prozent) und Franzosen (12 Prozent) favorisieren am häufigsten ein neues Auto. Der Wunsch nach einem Gebrauchtwagen wird eher von den jüngeren Männern in Großbritannien (33 Prozent), Frankreich (32 Prozent), den Niederlanden (28 Prozent), Österreich 26 Prozent) und in Deutschland (18 Prozent) geäußert.