Immer mehr Kriminelle setzen auf das Internet als sicheren Verkaufskanal. Der Handel mit Produktfälschungen und Piraterieware habe "explosionsartig" zugenommen, klagt der Markenverband.

Der Markenverband beklagt eine sprunghafte Zunahme der Produkt- und Markenpiraterie: Die aktuelle Zollstatistik zur Beschlagnahme der gefälschten Markenprodukte im Jahr 2010 zeige "mit nie gekannter Dramatik die explosionsartige Zunahme dieser Form der organisierten Kriminalität", meldet der Verband.

In nur einem Jahr sei die Zahl der Beschlagnahmefälle um mehr als 245 Prozent von 9.622 auf 23.713 gestiegen. In Kombination mit einem Anstieg der Beschlagnahmungen im Postversand um 170 Prozent zeigt sich aus Sicht des Markenverbandes deutlich, dass die Fälscher vermehrt den Vertrieb über das Internet nutzen.

Legale Zustellung gefälschter Ware

"Immer mehr gefälschte Waren werden legal per Post zugestellt, nachdem Sie über diverse Internetverkaufsplattformen erworben wurden, die an dem Handel mit solchen Plagiaten verdienen", ärgert sich Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes. "Gegen diese Form des Micro-Vertriebs von Plagiaten direkt in den eigenen Briefkasten können Zoll und Markeninhaber kaum etwas ausrichten."

Er fordert daher dringend eine gesetzliche Grundlage, mit der die Profiteure von kriminellen Handlungen im Zusammenhang mit Produkt- und Markenpiraterie zur Verantwortung gezogen werden können: "Dabei darf es keine Ausnahmeregeln für Internetmarktplätze geben."

Parfum und Kosmetik

Im vergangenen Jahr wurden demnach im Produktsegment Parfum und Kosmetik Waren im Wert von 2,2 Millionen Euro beschlagnahmt. "Viele Verbraucher halten den Kauf von Piraterieware noch immer für ein Kavaliersdelikt", erklärt der Präsident des VKE-Kosmetikverbands Stephan Seidel.

Die Kosmetikbranche werde deshalb verstärkt daran arbeiten, die Verbraucheraufklärung voran zu treiben. "Schließlich können gefälschte Kosmetikprodukte die Gesundheit massiv gefährden. Zudem werden in großen Umfang Arbeitsplätze vernichtet, Markenwerte zerstört und die organisierte Kriminalität gefördert", argumentiert Seidel.