Krise? Welche Wirtschaftskrise? Laut einer Umfrage wollen die Konsumenten an Weihnachtspräsenten nicht sparen. Der Einzelhandelsverband erwartet ein gutes drittes Adventswochenende.

Trotz Wirtschaftskrise zeigen sich die Konsumenten bei Weihnachtsgeschenken großzügig. Fast jeder Zweite (46 Prozent) will laut einer Umfrage des Auto-Dienstleisters Dekra im Schnitt 100 Euro oder mehr für ein Geschenk ausgeben. Ein Viertel der Befragten ist immerhin bereit, 30 bis 50 Euro in Präsente zu investieren.

Vertrauen für Fachhandel

Für zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) hat die Qualität des Produkts oberste Priorität. Wenn es um Gefahren geht, beispielsweise durch Spielzeuge oder Handwerkzeuge, orientieren sich 59 Prozent an unabhängigen Prüfsiegeln wie dem GS-Zeichen.

Etwa jeder dritte Befragte entscheidet sich für hochpreisige Geschenke. Fast ebenso viele vertrauen bei Produktsicherheit auf den Fachhandel, 18 Prozent setzen ausschließlich auf deutsche Markenartikel. Nur für 7 Prozent der Befragten ist die Sicherheit überhaupt kein Thema: Sie machen sich schlicht keine Sorgen.
 

Es wird auch gebastelt

Laut Studie gibt es auch viele Menschen, die vom Geschenkrummel nicht viel halten: Fast jeder Fünfte (18 Prozent) legt etwas Selbstgebasteltes auf den Gabentisch, häufig tun dies Frauen und jüngere Menschen bis 25 Jahre. 13 Prozent der Befragten wollen für einen guten Zweck spenden. Knapp 5 Prozent entziehen sich dem ganzen Trubel und schenken gar nichts.

An der Umfrage nahmen laut Dekra 1.300 Personen teil, die an eine Niederlassung des Dienstleiters kamen.

Branche erwartet starke drittes Adventswochenende

Der Einzelhandel ist über den bisherigen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts zufrieden.  Für das bevorstehende dritte Adventswochenende rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem deutlichen Anziehen des Weihnachtsgeschäfts. "Das dritte Adventswochenende hat die Chance, zum stärksten zu werden", sagte Verbandssprecher Hubertus Pellengahr am Freitag. Dazu trage auch bei, dass der Winter endlich Einzug halte. "Je niedriger die Temperaturen, desto heißer die Kauflust", betonte Pellengahr.


Insgesamt erwartet der HDE im diesjährigen Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von rund 73 Milliarden Euro und damit ein Minus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Das wäre angesichts der Wirtschaftskrise ein ordentliches Ergebnis", betonte Pellengahr.

Nach einem schwachen Start Ende November habe sich der Weihnachtsklimaindex zum zweiten Advent schon deutlich verbessert. Im vergangenen Jahr sei nach einem verhaltenen Beginn sogar ein leichtes Plus im Weihnachtsgeschäft erzielt worden, sagte der HDE-Sprecher.