Bei den digitalen Büchern hinken die Geschäftsmodelle der technischen Entwicklung hinterher. Die Branche tastet sich langsam vor - sieht aber große Chancen.

Das Wettrennen hat begonnen: Zwar weiß noch niemand so recht, wie die Zukunft des digitalen Buchs in Europa aussehen wird, doch genau deshalb will niemand das Nachsehen haben. Die Hersteller von Lesegeräten für elektronische Bücher suchen derzeit fieberhaft nach durchsetzungsfähigen Standards, Geräten mit genug Sexappeal sowie Kooperationspartnern, die das Abenteuer E-Book mit Leben füllen.

Neu ist das Thema freilich nicht. Bereits Anfang 1999 kam das Lesegerät "Rocket eBook" auf den Markt und wurde kurz darauf wieder eingestellt. Heute mischen allerdings Branchengrößen wie Sony und Amazon mit und bringen das Thema entsprechend nach vorn. "Die Digitalisierung ist kein neues Thema, neu ist nur die Dimension des Themas", bestätigt Gottfried Honnefelder, Vorsteher im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Bewegung im Markt

Mehr als 30 Prozent der auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellten Produkte sind mittlerweile digital. 361 Aussteller führten E-Books in ihrem Sortiment. Elektronische Bücher stellen zwar nur etwa 2 Prozent der ausgestellten Produkte, mit dem Hype um die neue Generation von Lesegeräten wie Amazon Kindle, iLiad und Sony E-Reader erwartet die Branche 2009 aber jede Menge Bewegung im Markt.

"Das E-Book ist eine große Chance für den Buchmarkt. Es führt die Branche in die Zukunft, denn das Prinzip Buch erhält eine weitere neue Dimension", ist auch Honnefelder überzeugt. "Allerdings müssen dafür die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen stimmen, denn Regelungen, Abläufe und Geschäftsmodelle hinken häufig hinter der technischen Entwicklung her."