Den zunehmenden Erfolg von fair gehandelten Produkten bekommt auch Gepa zu spüren. Das von den Kirchen getragene Handelsunternehmen meldet einen erheblichen Umsatzanstieg.

Die Gepa-Umsätze stiegen im Geschäftsjahr 2010/11 (Stichtag 31. März) um 7,3 Prozent auf 58,4 Millionen Euro. Dies berichtete der Großhändler für Lebensmittel und Handwerksprodukte aus fairer Herkunft am Donnerstag.

Den größten Schub brachte der Vertrieb über den Lebensmitteleinzelhandel. In Supermärkten sowie in Bio- und Naturkostläden wuchs der Umsatz um 17 Prozent auf 17,6 Millionen Euro.

Weltläden mit größtem Umsatzanteil

"Fairer Handel liegt im Trend", sagte Gepa-Geschäftsführer Thomas Speck in Wuppertal, "und unsere Kundschaft hat in der Regel nicht ganz wenig Geld im Portemonnaie, viele machen sich Gedanken über die Zukunft des Planeten." Und sie geben beispielsweise für Gepa-Kaffee ein bis zwei Euro mehr pro Pfund aus als für konventionellen.

Traditionell ist bei der Gepa aber der Umsatz am größten in den bundesweit 800 Weltläden und bis zu 5.000 Aktionsgruppen. Hier wurden 22,8 Millionen Euro erlöst, was einem Zuwachs von 3 Prozent entspricht.

Onlinegeschäft legt um 40 Prozent zu

Der Bereich der Großverbraucher - dazu gehören Kantinen oder Cafés, die vor allem Kaffee abnehmen - legte leicht zu und brachte einen Umsatz von 6,3 Millionen Euro. Der Onlineshop kam auf eine halbe Million Euro Umsatz, die Steigerung gegenüber dem Vorjahr lag bei fast 40 Prozent.

Die Gepa wird von den Entwicklungsorganisationen der evangelischen und katholischen Kirchen getragen. Das nach eigenen Angaben größte Fair-Handelshaus in Europa wurde 1975 gegründet, um Produkte aus Entwicklungsländern zu vertreiben. Mit 170 Genossenschaften mit jeweils teils mehreren tausend Kleinbauern in Lateinamerika, Asien und Afrika arbeitet die Wuppertaler Organisation zusammen.

Steigende Kaffeepreise

Lebensmittel wie Kaffee, Kakao, Honig, Wein, Reis und Tee sind die wichtigsten Angebote; drei Viertel davon wird in Bio-Qualität produziert. Kaffee ist das Hauptprodukt. Fast die Hälfte des Jahresumsatzes wurde mit dem liebsten Getränk der Deutschen gemacht.

Allerdings machen die explodierenden Preise für die Bohnen auch dem fairen Handel zu schaffen. Die Gepa zahlt ihren Produzenten garantiert einen Aufschlag auf den Weltmarktpreis und musste zuletzt Anfang April die Preise erhöhen. In den kommenden Jahren sollen neue Produkte und Sortimente entwickelt werden, unter anderem für Schokolade, Tee und Honig.