Gerry Weber hat ein starkes Jahr hinter sich - und zeigt sich nach wie vor erfolgshungrig. Um ein ehrgeiziges Umsatzziel zu erreichen, will der Modeanbieter nun in das Filialnetz investieren.

Der Damenmode-Spezialist Gerry Weber will 2011 zahlreiche neue Geschäfte aufmachen und damit den Umsatz auf 700 Millionen Euro ausbauen. Im Geschäftsjahr 2009/2010 (Stichtag 31. Oktober 2010) steigerte das ostwestfälische Unternehmen mit den Eigenmarken Gerry Weber, Taifun und Samoon den Umsatz um 4,7 Prozent auf 621,9 Millionen Euro.

"Dem herausragenden Erfolg unserer drei Marken ist ein Modernisierungsprozess vorangegangen. Wir haben unsere Kollektionen in den letzten Jahren deutlich verjüngt und zeigen jetzt eine einheitliche, klare Handschrift und ein noch edleres Design“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Gerhard Weber.

Jährlich 75 neue eigene Geschäfte jährlich

Der Gewinn stieg um 25,6 Prozent auf 54 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter lag mit fast 2.700 um knapp 280 über dem Vorjahreswert. Alle diese Stellen wurden in Deutschland geschaffen, teilte Gerry Weber mit.

In diesem Jahr soll der Umsatz auf 700 Millionen Euro klettern, kündigte Weber am Donnerstag in Düsseldorf an. Dafür soll das Expansionstempo im eigenen Einzelhandelsgeschäft erhöht werden.

Künftig würden bis zu 75 eigene Geschäfte und 70 Franchise-Läden jährlich eröffnet, hieß es. Die Investitionen sollen um knapp 9 Millionen auf 28,7 Millionen Euro steigen.   "Wachstumschancen sehe ich vor allem im Ausland", sagte Firmenchef Weber und bestätigte die Einschätzung des Modeverbandes German Fashion. Wegen der zuletzt stark wachsenden Zahl der Houses of Gerry Weber im Inland sei die Exportquote im Konzern auf 40,5 Prozent gesunken.

Die Gerry Weber International AG gilt als Nummer zwei der deutschen Damenoberbekleidungs-Branche. Ein Grund für den Erfolg sei die "stringente Modernisierung", sagte der 69 Jahre alte Weber, der seinen Vertrag um zwei Jahre bis Herbst 2013 verlängert hat. Für dieses Jahr spekuliert er auf eine Aufnahme des Unternehmens in den MDax.