Das "Mittelstandsbarometer" der KfW-Förderbank und des ifo-Instituts zeigt abermals eine verbesserte Stimmung in der Wirtschaft. Doch zugleich wächst die Sorge um eine Kreditklemme. 

Die Stimmung der mittelständischen Wirtschaft in Deutschland hellt sich weiter auf. Das ist das Ergebnis des monatlich von der KfW Bankengruppe und dem Münchener ifo-institut veröffentlichten "Mittelstandsbarometer".

Wie die KfW am heutigen Montag mitteilte verbesserte sich das Geschäftsklima, der zentrale Indikator der Umfrage, im September gegenüber dem Vormonat - wenn auch nur geringfügig im direkten Vergleich (+ 0,3 Punkte).

Kleine Verschnaufpause nach Rekordanstieg

Nach dem Rekordanstieg im August gebe der relativ geringe Zuwachs allerdings keinen Anlass zur Beunruhigung: "Die Verschnaufpause beim Geschäftsklima im September ist angesichts der klaren Aufwärtsbewegung in den Monaten davor kein Anlass zur Sorge. Kurzfristig ist die Erholung auch dank der weltweiten Konjunkturprogramme intakt", kommentiert Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, die Zahlen.

Seit dem Tiefpunkt im März sei ein "intakter Aufwärtstrend" zu verzeichnen, so Irsch. Positiv zu vermerken sei aber, dass sich die lange Zeit weit unterdurchschnittlichen Lagebewertungen nun bereits zum dritten Mal hintereinander nach oben bewegt haben.

Stimmung im mittelständischen Handel besser

Bei den beiden binnenmarktorientierten Branchen Einzelhandel und Baugewerbe konnte sich allein das Geschäftsklima der mittelständischen Einzelhändler weiter verbessern, während es sich bei den großen Einzelhändlern sowie im Bauhauptgewerbe verschlechtert hat.

"Die Entwicklung ist nach wie vor sehr fragil, wie beispielsweise auch der Rückschlag bei den Beschäftigungsplänen sowohl im Mittelstand als auch bei den großen Unternehmen unterstreicht", urteilt der KfW-Chefvolkswirt. "Mittelfristig bestehen folglich Risiken, besonders wenn die wirtschaftspolitischen Impulse im In- und Ausland zu rasch zurückgenommen werden oder sich die Finanzierungsbedingungen der Firmen weiter verschlechtern sollten."

Finanzierungsbedingungen werden sich verschlechtern

Bereits Anfang Oktober veröffentlichte die KfW-Mittelstandsbank die Ergebnisse der aktuellen Verbändeumfrage zu den Finanzierungsbedingungen mittelständischer Unternehmen. Danach fürchten die meisten der befragten Branchenvertretungen, dass sich die Finanzierungsbedingungen für ihre Mitglieder in den nächsten drei Monaten verschlechtern werden.

Fast 63 Prozent erwarten, dass sich die Finanzierungsbedingungen für langfristige Kredite verschlechtern werden, nur 37 Prozent gehen von unveränderten Bedingungen aus. Damit sind die Erwartungen wieder deutlich schlechter als noch im Frühjahr, fasst die KfW zusammen.

"Wenn sich die Eigenkapitalposition der Banken durch Kreditausfälle, sinkende Bonität der Kunden sowie Rating-Herabstufungen von strukturierten Papieren deutlich verschlechtern sollte, könnte sich in den kommenden Monaten die Situation weiter anspannen", prognostiziert Irsch. "Dies würde die sich derzeit abzeichnende leichte konjunkturelle Erholung wegen mangelnder Finanzierungsmittel ernsthaft beeinträchtigen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen erforderlich machen".

Die Ergebnisse der KfW-Blitzumfrage zur Unternehmensfinanzierung finden Sie
Die Zeichen stehen auf grün: Die Stimmung in der Wirtschaft steigt.
Die Zeichen stehen auf grün: Die Stimmung in der Wirtschaft steigt.
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