Das Projekt "Internet-Gütesiegel" der Initiative D21 feiert seinen zehnten Geburtstag. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Der Onlinehandel wächst. Doch hemmen Sicherheitsbedenken der Kunden ein noch stärkeres Wachstum: So gibt jeder sechste Onlinenutzer in einer Umfrage an, schon einmal eine Transaktion aufgrund von Sicherheitsbedenken abgebrochen zu haben. Immer wieder treiben schwarze Schafe ihr Unwesen im Netz.

Um den Onlinehandel sicherer, transparenter und verbraucherfreundlicher zu gestalten, hat die Initiative D21 1999 das "Internet-Gütesiegel" ins Leben gerufen. Ziel des Projekts war es, Verbraucherverbände, Datenschützer, Gütesiegelunternehmen und unabhängige Experten an einen Tisch zu bringen - damit Onlinehändlern die Wahl des Siegels erleichtert wird und Käufer im Netz auf der sicheren Seite sind.

Die vier in dem Projekt vertretenen Gütesiegelanbieter haben sich unter Beteiligung von Bundeswirtschaftsministerium und Verbraucherschutzministerium auf gemeinsame Qualitätskriterien und Mindeststandards für Onlineangebote geeinigt, die deutlich über den gesetzlichen Mindestbestimmungen liegen und verbindlich erklärt, diese D21-Qualitätskriterien einzuhalten.

Unabhängige Instanz

Darüber wacht das "Monitoring Board" der Initiative D21 mit zahlreichen unabhängigen Experten - etwa aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dem Verbraucherzentrale Bundesverband, dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels und der Wettbewerbszentrale. Dieses Gremium ist höchste Instanz für Verbraucherbeschwerden und entwickelt die Qualitätskriterien für die Siegel kontinuierlich weiter.

Die vier im Projekt vertretenen Internet-Gütesiegelanbieter Trusted Shops, safer shopping (TÜV Süd), internet privacy standards (datenschutz cert) und EHI Geprüfter Online Shop haben unterschiedliche Geschäftsmodelle und bieten ihren Kunden Dienstleistungen an, die über den von der Initiative D21 definierten Qualitätsmaßstab hinausgehen.

Sie richten sich auch an unterschiedliche Onlineshop-Modelle: Naturgemäß unterscheiden sich Aufwand und Prüftiefe bei einem Flugbuchungsportal mit allen Airlines, Reservierung und vielfältigen Bezahlsystemen deutlich etwa von den Bedürfnissen eines "Ein-Mann-Handyshops" oder der öffentlichen Onlinebibliothek.

Hilfe für Unternehmen

Doch bei allen Unternehmen muss die Leistung stimmen: So bieten die Siegel im einen Fall zertifizierte, sichere und komplexe Datentransfers auf hohem Niveau. Im anderen Fall geben sie Kleinunternehmern Hilfestellung beim Aufbau einfacher und zuverlässiger Bestell- und Buchhaltungssoftware sowie der sicheren Verwaltung der Kundendaten.

So nutzen Gütesiegel Anbietern wie Konsumenten durch optimierte Prozesse. Verbraucher profitieren davon, dass Mindeststandards eingehalten und Missbrauchsfälle weitestgehend verhindert werden.

Die Förderung des Verbraucherschutzes im Internet ist eines der herausragenden Satzungsziele der Initiative D21 der deutschen Wirtschaft. Ein wichtiger Punkt ist dabei, die Gütesiegel bekannt zu machen, damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, welchen Siegeln sie vertrauen können. 

Der Autor: Roland Appel ist Vorsitzender des Gütesiegel-Board 21

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 06/2009 von Der Handel erschienen.