Selbst lernen, wann und wo man will: Das ermöglicht die neue E-Learning-Plattform handel-scout.de, die jetzt in hochkarätiger Besetzung vorgestellt wurde.

"Jeder will lernen, aber nicht durch einen Spießrutenlauf von Verletzungen," sagt der Wissenschaftsjournalist und Physiker Ranga Yogeshwar. Kein Wunder, dass im überholten deutschen Schulsystem binnen zehn Jahren fast 630.000 junge Leute die Schule geschmissen hätten. Dieses System berücksichtige nicht die Neugier und Selbstlernfähigkeit der Menschen - von jung bis alt. Die hohe Zahl der Abbrecher stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen, so Yogeshwar. Lernen und Weiterbildung müssten "getrieben sein von Neugier und Freude."
 

Neue Dimension der Weiterbildung

Das Thema Aus- und Weiterbildung erreicht auch angesichts des Strukturwandels im Handel eine neue Dimension, mit völlig neuen Anforderungsprofilen an die Mitarbeiter. Damit wird die Aus-und Weiterbildung zum zentralen Thema in den Unternehmen, wie sich auf dem 1. Bildungskongress der handel-scout Akademie zeigte.

Das Gemeinschaftsprojekt des Handelsverbandes Baden-Württemberg und der dfv Mediengruppe / Der Handel ging im Mai ans Netz und wurde jetzt beim Kongress im Europapark Rust in Top-Besetzung präsentiert und diskutiert.
 

"Demokratische Plattform"

Die Weiterbildungs-Plattform www.akademie.handel-scout.de bündelt zahlreiche Fachkurse rund um den Einzelhandel in praxisnah aufbereiteten Lernmodulen. dfv-Geschäftsführer Peter Esser spricht von einer "demokratischen Plattform", mit deren Hilfe sich alle weiterbilden und alle lernen können, vom Lehrling bis zum Chef.

Die Haupt-Themengebiete bewegen sich um die Bereiche Recht, Betriebswirtschaft und Organisation. Bis Jahresende sollen dazu 60 Themen-Module entwickelt sein, kündigt Sabine Hagmann an, Hauptgeschäftsführerin beim Handelsverband Baden-Württemberg. Das Projekt befinde sich quasi in ständiger Weiterentwicklung, um sich damit auch immer wieder auf neue Anforderungen einstellen zu können.
 

Lidl hat mit "Leon" sein eigenes System

Die zunehmende Flexibilisierung der Aus- und Weiterbildung, nicht mehr gebunden an starre Seminare, hat auch beim Discounter Lidl Einzug gehalten, wie Nils Janßen erklärte. Der Manager arbeitet als Bereichsleiter Personalentwicklung bei Lidl Deutschland. Das Unternehmen passt sogar seine neuen Ladentypen an diese Herausforderungen an. Neue Märkte werden bei dem Handelsriesen zweistöckig gebaut, mit Ruhe- und Sozialräumen im oberen Stock - und einem eigenen Bereich für das E-Learning.
 

Freundlichkeit als wichtiges Gut

Die Mitarbeiterentwicklung genieße bei dem Unternehmen mit deutschlandweit 75.000 Beschäftigten höchste Priorität. Lernen online, kurz "Leon", heißt das hauseigene Lidl-System. Die Plattform des Discounters bietet insgesamt 16 Inhaltskomplexe, wobei es im Wesentlichen um die Prozesse in den Filialen gehe. Aber auch Themen wie Freundlichkeit spielten eine Rolle. "Für uns ist Freundlichkeit ein extrem wichtiges Gut", sagt Janßen. Neben der Einarbeitung biete Leon auch die Möglichkeit zur Weiterbildung.

Das Unternehmen müsse selbstbestimmtes Lernen zulassen, das sei eine wichtige Stellschraube.
Doch nicht jedes Handelsunternehmen leistet sich sein eigenes E-Learning-System. Eine unabhängige Alternative bietet der handel-scout. Zur wachsenden Bedeutung des Themas Weiterbildung meint Ranga Yogeshwar: "In Zukunft werden diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten sein, bei denen die Mitarbeiter eine Perspektive zur Weiterentwicklung erhalten."