Mitten in der Krise verkündet die GfK Überraschendes für den privaten Verbrauch im nächsten Jahr. Allerdings sind die Konjunkturprognosen schlecht, und eine Sorge der Deutschen wird immer größer.

Das Konsumklima hat sich im Dezember mit einem florierenden Weihnachtsgeschäft dem Konjunkturpessimismus widersetzt und bleibt zum Jahresstart stabil. Zugleich macht sich bei vielen Bürgern aber zunehmend Angst um den Arbeitsplatz breit. Deshalb schätzten sie ihre eigenen finanziellen Aussichten deutlich negativer ein als noch in den vergangenen Monaten, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag in Nürnberg.

Der Indikator für die Verbraucherstimmung erreicht laut GfK-Prognose im Januar 2,1 Punkte, das ist derselbe Wert wie im Dezember. Die Bereitschaft, größere Anschaffungen zu tätigen, habe sich dank des nachlassenden Inflationsdrucks im Dezember sogar leicht verbessert. Gestützt werde das Konsumklima neben der stabilen Anschaffungsneigung auch dadurch, dass weniger gespart werde. Entsprechend positiv fiel auch das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel aus.

Geringe Erwartungen an die Konjunktur

Dagegen sind die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung weiterhin auf Talfahrt. Der Indikator sank auf den tiefsten Stand seit 1991. "Produktionsrückgänge, Einbrüche bei Neuzulassungen von Pkw und sinkende Exporte werden die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr belasten", teilte die GfK mit.

Immer mehr Beschäftigte fühlten sich auch persönlich von der Krise betroffen und fürchteten um ihren Arbeitsplatz. Die Angst vor Einkommenseinbußen überlagere dabei Faktoren, die die Kaufkraft stärkten, etwa die sinkenden Benzin- und Heizölpreise. "Angesichts eines schwächer werdenden Arbeitsmarktes ist zu befürchten, dass die real verfügbaren Einkommen im kommenden Jahr kaum zulegen können", erläuterte die GfK. Die reale Kaufkraft werde nur wenig steigen.

Hohe Inflation kein Thema mehr

Dennoch hält GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst im kommenden Jahr einen leichten Anstieg des privaten Verbrauchs um 0,5 Prozent für möglich. "Die Vorzeichen sind zwar keinesfalls berauschend, die Konjunktur befindet sich in schwerem Fahrwasser", sagte Wübbenhorst der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Aber dafür sei die hohe Inflation kein Thema mehr. Die Arbeitslosigkeit werde zwar steigen, aber von einem niedrigen Niveau aus. Für eine Stabilisierung der Konjunktur komme es jetzt auf klare Maßnahmen der Bundesregierung an, mahnte der GfK-Chef. Er sprach sich dafür aus, mit Steuersenkungen nicht bis nach der Bundestagswahl 2009 zu warten. So sei eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags überfällig.

Schwächere Einkommenserwartung

Der Einzelindikator für die Konjunkturerwartung verlor im Dezember 2,3 Punkte und sank auf minus 32,4 Zähler. Die Einkommenserwartung büßte 8,5 Punkte ein und weist nun minus 15,4 Punkte auf.

Im Gegensatz dazu blieb die Anschaffungsneigung zum Jahresende stabil und legte mit einem Plus von 0,4 Punkten auf minus 6,3 Punkte sogar leicht zu. Für die Ermittlung des Konsumklimas werden monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews geführt.