Von wegen zu wenig Wettbewerb im LEH: Die Konsumforscher der GfK erwarten eine Verschärfung des Preiskampfs. SB-Warenhäuser wie Real haben das Nachsehen - und ziehen Konsequenzen.

Der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel wird sich nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in diesem Jahr weiter verschärfen. "Die Discounter haben schon begonnen, an den für die Verbraucher neuralgischen Stellen die Preise zu senken", betonten die Konsumforscher in einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung. Das nötige Polster für die Preisaktionen hätten die Billiganbieter im vergangenen Jahr verdient.

Für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel war 2013 der GfK zufolge das beste Jahr seit 2008. Die Umsätze von Super- und Verbrauchermärkten, Discountern und Drogeriemärkten seien um durchschnittlich 2,7 Prozent gestiegen. Ein Teil der Zuwächse sei auf Preiserhöhungen zurückzuführen.

Doch mache sich auch bemerkbar, dass die Verbraucher ihre Ansprüche nach oben geschraubt und höherwertige, teurere Artikel gekauft hätten. Supermärkte und Discounter profitierten laut GfK 2013 am meisten von der gestiegenen Kauflust und steigerten ihre Umsätze um jeweils 3,2 Prozent. SB-Warenhäuser hinkten dagegen mit einem Plus von 0,7 Prozent weit hinterher.

SB-Warenhäuser von Real unter Druck

Die Metro-Tochter Real spürt diesen Trend deutlich. Laut einem Bericht der Lebensmittel-Zeitung, die wie derhandel.de zur dfv mediengruppe gehört, will sich die SB-Warenhauskette von weiteren unprofitablen Filialen trennen. Es gehe um bis zu zwölf schlecht laufende Märkte, deren Mietverträge in absehbarer Zeit ausliefen, berichtete die "Lebensmittel Zeitung" unter der Überschrift "Real schrumpft weiter".

Insgesamt stünden sogar 30 bis 40 Märkte auf dem Prüfstand. Ein Real-Sprecher wollte den Bericht am Freitag auf Anfrage von dpa nicht kommentieren. Real betreibt nach eigenen Angaben insgesamt 310 Märkte in Deutschland.

Das Tochterunternehmen des Metro-Konzerns kämpft mit rückläufigen Umsätzen. Allein im wichtigen Weihnachtsquartal schrumpfte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Als Grund nennt Metro den harten Wettbewerb vor allem von Seiten der Discounter. Mit einer neuen, besonders preisaggressiven Eigenmarke versucht sich Real seit einigen Wochen gegen diese Entwicklung zu stellen. 

Die betroffenen Häuser müssen dem Bericht zufolge allerdings nicht zwangsläufig geschlossen werden. Wettbewerber unter den Großflächenkonzepten wie Kaufland oder Globus hätten die Real-Märkte im Blick und expandieren munter.

dpa, DH