Der Einzelhandel darf 2009 mit rund 400 Milliarden Euro Umsatz rechnen, sagt die GfK. Die Konsumforscher verweisen zudem auf Regionen mit überdurchschnittlicher Kaufkraft. 

Die Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) prognostiziert in ihrer Studie "GfK POS Umsatz 2009" dem stationären Einzelhandel für 2009 ein Umsatzvolumen von 399 Milliarden Euro. Würde sich diese Vorhersage bewahrheiten, läge die Branche auf Vorjahresniveau.

GfK-Vorstandsvorsitzender Klaus L. Wübbenhorst wertet dieses Ergebnis als positive Botschaft für den Einzelhandel: "Angesichts der erwarteten geringen Inflationsrate können die Einzelhändler damit trotz des derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zufrieden stellende Ergebnisse erzielen."

Berlin tut dem Einzelhandel gut

Bei den Umsatzprognosen für den Point of Sale (POS) einzelner Regionen schneidet Berlin am besten ab. Für die Hauptstadt erwartet die GfK in diesem Jahr rund 17,2 Milliarden Euro Umsatz im Einzelhandel. Hamburg liegt mit deutlichem Abstand auf Platz zwei und werde etwa 10,5 Milliardem Euro umsetzen. Auf Rang drei folgt München (9,6 Milliarden Euro).

Überraschend haben es unter die fünfzehn umsatzstärksten Regionen auch zwei Landkreise geschafft, die nicht den Metropolen zuzuordnen sind: So wird der Kreis Recklinghausen (Ruhrgebiet) auf Platz 13 gestuft (2,9 Milliarden Euro Umsatz), Platz 15 erreicht der Landkreis Mettmann (Rheinland) mit erwarteten rund 2,5 Milliarden Umsatz.

Straubing, Weiden, Passau

Gemessen an Umsätzen pro Einwohner sind kleinere bayerische Städte am attraktivsten für den Handel. Diese würden vor allem im ländlichen Raum Zentrenfunktionen erfüllen und Einkäufer aus entfernteren Regionen anziehen, schreibt die GfK.

Nummer eins des deutschen Kaufkraft-Rankings ist demnach Straubing in Niederbayern. Der erwartete Einzelhandel-Umsatz pro Einwohner werde dort im Jahr 2009 bei 11.828 Euro liegen und hat den Kaufkraft-Index von 243 (für Gesamtdeutschland wird der Indexwert 100 veranschlagt). Auf Platz zwei liegt Weiden in der Oberpfalz (11.306 Euro), gefolgt von Passau (11.265 Euro).

Die beste nichtbayerische Stadt in dieser Bewertung ist Trier (Rheinland-Pfalz) mit einer Kaufkraft von 8.858 Euro Umsatz pro Einwohner.

Armes Schkopau

Bei den Gemeinden liegt Mühlheim-Kärlich an der Spitze mit 25.600 Euro Umsatz pro Einwohner. Am schlechtesten ist die Lage für den Einzelhandel in Schkopau in Sachsen-Anhalt. Dort liegt laut GfK-Berechnungen der Umsatz bei nur 800 Euro je Einwohner.

Die Studie "GfK POS Umsatz 2009" von der GfK GeoMarketing prognostiziert die Umsätze am POS und soll die regionale Verteilung der Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz-Handel, Brennstoffe, Versandhandel und Tankstellen) widerspiegeln. Im Gegensatz zur "GfK-Kaufkraft", die am Wohnort des Konsumenten erhoben wird, wird die POS-Umsatz-Studie am Standort des Einzelhandels gemessen.