Globetrotter-Geschäftsführer Thomas Lipke über seine Aufgaben als neuer Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh), mobiles Einkaufen und die Anziehungskraft von Berlin.

bvh-Präsident Lipke: "Bewährtes erhalten und offen sein für Neues" (Foto: Globetrotter)
bvh-Präsident Lipke: "Bewährtes erhalten und offen sein für Neues" (Foto: Globetrotter)
Welche Ziele haben Sie sich als neuer bvh-Präsident gesteckt?

In den zurückliegenden Jahren hat sich der Verband für die neuen Versendertypen geöffnet, die durch das Internet Teil der Branche wurden. Das war richtig und konsequent. Heute sind E-Commerce, Multichannel und Social Media die Themen, die die Unternehmen bewegen. Gleichzeitig werden die Investitions- und Innovationszyklen durch das Internet immer kürzer. Der Verband möchte hier Kommunikationsplattform für die Diskussion dieser Entwicklung sein, die Branche beraten und ihre Interessen vertreten.

Wie sieht Ihr Konzept "Tradition ohne Staub" konkret aus?

Bewährtes erhalten und gleichzeitig offen sein für Neues. Ich kenne keine Branche, die sich so offen und kollegial auf Verbandstreffen austauscht wie die unsrige. Der bvh steht für rund 75 Prozent des Versandumsatzes in Deutschland. Zu seinen Mitgliedern zählen sowohl Unternehmen, die früher als Katalogversender gestartet sind und heute auch Onlinehandel betreiben, als auch junge Internet-Start-ups und Online-Shopping-Clubs. Diese Vielfalt und Offenheit sind die großen Stärken des bvh. Wir wollen aber künftig auch noch stärker die Themen bearbeiten, die sich aus unserem E-Commerce-Fokus ergeben - zum Beispiel Breitband-Internet und Mobile Shopping, um nur einige Stichworte zu nennen.

Was erhoffen Sie sich von dem neuen Standort Berlin?

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren von der Hauptstadt zum unangefochtenen politischen Zentrum in Deutschland entwickelt. Als Branchenvertreter für E-Commerce und Versand gibt es daher für den bvh heute keine Alternative, was den Standort betrifft. In Berlin ist man näher dran am politischen Grundrauschen der Republik. Da erfährt man sozusagen schon nebenbei beim Mittagessen, was gerade los ist. Die Nähe zur Politik erleichtert aber auch das Knüpfen neuer Kontakte. Das ist die Grundlage dafür, die relevanten Branchenthemen künftig noch zielgerichteter zur Sprache bringen zu können.

Interview: Sybille Wilhelm

Dieser Artikel ist in der Juli/August-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel erschienen. Klicken Sie hier um ein kostenloses Probeexemplar anzufordern.