Ein überschätzter Markt - so stuft Thomas Lipke den Handel mit Outdoorprodukten ein. Deswegen korrigiert der Globetrotter-Chef die Wachstumsprognosen für sein Unternehmen - und stoppt die Expansion.

Der Outdoor-Händler Globetrotter reagiert auf den zunehmend intensiven Wettbewerb in der Outdoor-Branche und will vorerst keine weiteren Filialen eröffnen. Das neue Haus in Stuttgart, mit dessen Eröffnung 2014 gerechnet wird, sei der letzte große Standort, den das Unternehmen in Deutschland noch sehe, sagte Globetrotter-Chef Thomas Lipke in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Zugleich erklärte der 54-Jährige, dass Globetrotter seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr der umkämpften Situation angepasst habe. "Wir rechnen jetzt mit einem Wachstum von zwei bis
vier Prozent, 2011 waren es noch zehn Prozent", sagte Lipke. Der Markt habe sich nicht wie gewünscht entwickelt.

Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen 1.500 Mitarbeiter. Derzeit gibt es neben dem Firmensitz in Hamburg sieben weitere Standorte in Deutschland. Laut "FAS" geht der Umsatz der Branche, der zuletzt etwa zwei Milliarden Euro betragen habe, aktuell zurück. Der Markt sei überschätzt worden, Outdoor sei noch immer eine Nische, sagte dazu Lipke. "Jetzt müssen alle ihre Erwartungen mal wieder auf ein vernünftiges Maß zurückschrauben."